Road Trip durch Norwegen: Mittwoch, 23.5.18 – Nordwärts

Heute, wo das Wetter endlich mal besser wird, müssen wir leider weiter. Ich hätte wirklich gerne noch mehr Zeit hier auf den Lofoten verbracht. Ein wunderschönes Fleckchen Erde, das ich gerne nochmal sehen würde. Vielleicht schaffen wir es ja irgendwann nochmal.
Nach dem gemütlichen Frühstück, heute mit Erdbeeren im Müsli, haben wir alles zusammengepackt und wieder im Auto verstaut. Danach haben wir die Hütte aufgeräumt und gesäubert. Wir hatten wirklich schöne Tage hier und sehr erholsame Nächte.

Unsere Route soll uns heute noch bis auf die Vesterålen (eine weitere Inselkette) und dort bis ans nördliche Ende führen.
Es war warm, die Sonne hat sich heute auch mal ganz gezeigt und auch hier kommen jetzt die ersten Zeichen des Frühlings. Trotzdem findet man noch immer Schneefelder, Eisschichten und Schneegipfel. Die Landschaft verändert sich immer mehr und es wird erst wieder deutlich grüner, je näher wir dem Festland kommen. Auch hier gibt es überall golden weiße Sandstrände und türkisblaues Meer. Das würde man hier oben im Norden nicht unbedingt erwarten. Bei Gullesfjord fahren wir dann nach Westen, wenn wir zurück aufs Festland wollen würden, müssten wir der Straße weiter in den Osten folgen.
Als Zeitvertreib spielen wir Musikraten (ich hab keine Chance, denn es handelt sich um Anime Musik und ja da kenn ich mich jetzt nicht so aus).
Die Landschaft und das Wetter verändern sich wieder deutlich. Es ziehen Wolken auf, es wird deutlich kälter und die Landschaft wieder karger. Die Lofoten sind durch spitzaufragende Gebirgsketten und viele kleine Inseln geprägt. Hier ist es jetzt deutlich flacher und weiter und die Berge haben auch wieder eine andere Form.
Die Straße führt uns an einem Gebiet vorbei, in dem laut Straßenschild extreme Elchgefahr herrscht. Doch die Elche hatten heute wohl keine Lust. Aber wir hatten bei Sortland heute ein kleines Highlight geplant. Wir wollten eine Rentierfarm besuchen. Dort lebt auch ein echter Same (so wird ein altes Volk hier oben im Norden genannt. Die Samen leben in Norwegen, Schweden, Finnland und Russland. Ich könnte euch noch so viel mehr über die Samen erzählen, ein wirklich spannendes Volk mit einer sehr interessanten und leider auch grauenvollen Geschichte.). Wie soll es auch anders sein, da wir vor der Hauptsaison unterwegs sind, ist hier tote Hose. Keine Rentiere keine Samen. Wirklich sehr schade!

Am Buksnesfjord machen wir dann einen Halt. Wir haben alle ein bisschen Hunger und müssen Pipi. Und wie es der Zufall will, finden wir ein schönes Restaurantgebäude am Straßenrand. Der Parkplatz war auch fast voll. Doch als wir an der Tür waren und die verwirrenden Öffnungszeiten studierten, kam plötzlich der Eigentümer aus der Tür. Eigentlich hatten sie wohl heute nicht geöffnet, da sie eine geschlossene Gesellschaft hatten und alles wieder aufräumen mussten, aber wir dürfen trotzdem reinkommen und uns im Empfangsbereich setzen. Wir haben uns für Kaffee/heiße Schokolade und Waffeln entschieden. Da wir uns nicht für eine Marmelade entscheiden konnten, haben wir eine Art Buffet gewählt. Die Waffeln und auch die Marmeladen wurden selbst gemacht. Es gab Erdbeer-, Blaubeer- und Moltebeerenmarmelade. Die Moltebeere ist was ganz besonderes, denn sie wächst nur sehr selten und nicht jedes Jahr lässt sich genug ernten. Es war wirklich sehr lecker!

Auf der Insel Andøya, die zu den Vesterålen gehört, hat es mir gut gefallen. Rechts von uns schöne Strände, Fjorde und Meer und am Horizont die Gebirgskette der Insel Senja (da möchte ich auch mal gerne hin, wenn man da Bilder sieht, einfach nur überwältigend). Zwischen Strand und Straße eine weite Fläche – ein Moor. Und links sind die Berge. Eine sehr spezielle Landschaft.
Verliebt habe ich mich in das Dorf Dvergberg (wahrscheinlich liegt’s auch mit am Name – Zwergberg). Es ist ein winziges Dorf mit einem Hafen und einen traumhaften Blick auf das Gebirge auf der anderen Seite des Fjords. In dem Lebensmittelgeschäft gab es einen Briefkasten. Hier haben wir unsere Postkarten eingeworfen – ob sie wohl je ankommen? Wie oft der Briefkasten wohl geleert wird?
Nach einem weiteren Stopp bei einer Kirche – natürlich wieder verschlossen – sind wir weiter bis nach Andenes gefahren. Andenes ist der nördlichste Zipfel der Vesterålen. Hier gibt’s einen kleinen Flughafen (auf dem im Sommer, von ca. Mitte Juni bis Mitte August, Flugzeuge landen), einen Golfplatz und einen schönen Leuchtturm. Es gibt auch einige Hotels und Geschäfte. Vom Leuchtturm aus hat man einen tollen Blick über die Landschaft hier. Im Süden ragen kantige, spitze Berge aus dem Meer, im Westen ist das offene Meer zu sehen (hier kommt erst nach mehr als 1000km wieder Land – das nördliche Ende von Grönland), im Norden wartet auch der arktische Ozean und im Osten sind die Gebirgsketten von Senja zu sehen.

Wir fahren weiter nach Bleik. Bleik ist bekannt durch seine Vogelinsel, hier kann man nämlich Papageientaucher beobachten (wir haben leider keine Zeit für den Bootsausflug zur Vogelinsel).
Am Ortsschild von Bleik legen wir einen kleinen Fotostopp ein, denn ich möchte meiner Chefin (die kommt nämlich von hier) einen kleinen Gruß schicken. Bleik ist sehr überschaubar. Es gibt einen schönen Campingplatz (hier werden wir übernachten), einen Hafen und einen kleinen Dorfkern. Hier gibt es ein Lebensmittelgeschäft, dass auch gleichzeitig ein Café´ ist, in dem sich die Leute zum Tratsch treffen.

Zurück am Campingplatz beschließe ich das relativ gute Wetter zu nutzen, um einen der Bergwanderungen, die mir meine Chefin empfohlen hat, zu machen. Ich entscheide mich für den Måtind. Die anderen möchten nicht wandern, deshalb gehe ich alleine. Ich esse schnell einen Apfel und ziehe mich um. Mittlerweile ist es schon 19 Uhr. Ich möchte rechtzeitig um Mitternacht zurück sein, denn wenn wir Glück haben, können wir heute die Mitternachtssonne bestaunen. Das ist auch der Grund, warum man so spät noch bedenkenlos eine Wanderung machen kann, denn es wird nicht dunkel. Die Sonne bleibt über dem Horizont.
Marco bringt mich zum Startpunkt der Wanderung und fährt dann wieder zurück zu den anderen beim Campingplatz.

Der erste Teil der Wanderung ist sehr steil, aber trotzdem gut zu schaffen. Es dauert auch nicht lange bis man den ersten Gipfel erreicht. Von hier hat man eine gute Sicht über die doch sehr merkwürdige Landschaft des Inselinneren. Aber man sieht auch nach Bleik. Bis dahin war der Weg sehr gut markiert, doch ab hier habe ich dann keine Markierungen mehr gefunden. Deshalb folge ich dem Bergkamm. Auch wenn das nicht ganz der richtige Weg war, habe ich trotzdem irgendwann wieder zum eigentlichen Weg gefunden. Als ich dann endlich ein Schild gefunden hatte, war ich ein bisschen enttäuscht. Denn ich war schon deutlich länger unterwegs als geplant (später wird sich auch herausstellen warum) und von hier war der Måtind zwar zusehen, aber es sah noch sehr weit aus. Da ich jetzt aber schon so weit gekommen bin, habe ich beschlossen auch noch voll bis zum Gipfel zu laufen. Und es hat sich wirklich gelohnt. Denn der Blick von hier ist einzigartig. Das Wetter war nicht ganz perfekt, dennoch hat man wirklich weit gesehen.
Die Vogelinsel, der versteckte Strand Høyvika, das Gebirge im Süden und den Ozean mit seiner unendlichen Weite. Leider waren am Horizont Wolken, denn sonst hätte man auch die Sonne über dem Meer sehen können. Gerne hätte ich hier mehr Zeit gehabt, um den Augenblick noch länger zu genießen, doch ich wollte ja auch rechtzeitig zurück sein und da ich ja schon fast doppelt so lang für den Aufstieg gebraucht hatte, wollte ich nicht zu lange warten. Deshalb habe ich Marco Bescheid gegeben, wann ich ungefähr ankommen werden und dann hat sich mein Handy plötzlich ausgeschalten, weil der Akku angeblich leer sei (das hat es immer wieder mal gemacht, aber das war jetzt ein blöder Zeitpunkt).
Schon auf dem Weg nach oben hab ich versucht ein „norwegisches“ Tempo zu laufen (die Norweger springen förmlich die Berge hoch und runter) und auch auf dem Rückweg hab ich Tempo gemacht. Der Weg war von dieser Richtung viel besser gekennzeichnet und plötzlich war ich wieder am ersten Gipfel. Kein Wunder warum ich beim Hinweg solange gebraucht habe, denn ich bin einen Umweg von ungefähr einer Stunde gelaufen (was nicht schlimm war, denn so hab ich schon ein bisschen mehr gesehen). Jetzt musste ich nur noch über ein paar Felsen klettern (der Teil hat mir am wenigsten gefallen, sowas mag ich immer nicht wirklich, bin nämlich ein kleiner Schisser) und dann kommt wieder das steile Stück vom Anfang. Hier hab ich nochmal mein Glück mit dem Handy probiert. Ich hab es angemacht und sofort Marco angerufen. Gott sei Dank ist er auch gleich hin und so hab ich ihm schnell gesagt, dass er gleich losfahren kann. Schon nach ca. 15min war ich wieder unten am Parkplatz und bin dann nach einer kleinen Verschnaufpause in Richtung Bleik losgelaufen. Irgendwann kam dann auch Marco und hat mich am Wegrand aufgesammelt.

Franzi, Jörg und Marco hatten in der Zwischenzeit gekocht und gegessen. Nachdem Abwasch sind sie cachen gegangen und Marco ist in ein Sandloch gefallen. Das muss urkomisch gewesen sein, denn plötzlich Stand er bis zur Hüfte im Sand. Gott sei Dank ist ihm nicht passiert. Aber wirklich sehr schade, dass es kein Beweisfoto gibt!

Zurück haben mir die andern dann von ihren Abenteuern erzählt und ich hab noch eine Kleinigkeit gegessen. Mittlerweile war es schon kurz vor 12 und leider kamen immer mehr Wolken auf. Leider haben wir die Mitternachtssonne nicht am Mitternachtssonnen-Campingplatz bewundern können.
Also haben wir uns in unseren Zelten verkrochen und sind auch bald eingeschlafen.

 

Was für ein wunderbarer Tag das heute war! Wir haben so viel erlebt!! Die Lofoten bei schönem Wetter, die atemberaubende Landschaft auf dem Weg nach Bleik. Superleckere selbstgemachte Marmelade, idyllische kleine Dörfchen und eine tolle Wanderung zum Schluss. Ich bin sehr froh, dass ich die Wanderung gemacht habe, obwohl ich alleine gehen musste. Aber die Aussicht war wirklich sehr schön und außergewöhnlich. Ein super Tipp, den ich da bekommen habe. Auf jeden Fall ein Highlight unserer Reise.

 

Reiseroute/Statistik

  • Strecke: vom Hammerstad Camping zum Midnattsol Camping Bleik
  • 247 km
  • Keine Fähre
  • 9 Tunnel
  • 17 km in Tunneln
  • 41 Brücken
  • 4 deutsche Wohnwägen/mobile
  • Übernachtung: Midnattsol Camping 2 Zelte + 1 Auto + 4 Personen 335kr

K1024_Tag12

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Road Trip durch Norwegen: Dienstag, 22.5.18 – Ein spannender Tag

Heute war ein sehr aufregender Tag. Ich hatte mich kurz bevor wir in den Urlaub gefahren sind auf eine Stelle bei der Gemeinde in Stavanger beworben. Denen hat meine Bewerbung auch so gut gefallen, dass ich unter den 5 glücklichen war, die zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen wurde. Leider konnten sie mit dem Gespräch nicht warten, bis ich wieder von unserer Reise zurück war, deshalb habe ich vorgeschlagen das telefonisch zu machen. Besser wie gar nicht würde ich mal sagen. Allerdings schmälert das meine Chancen schon sehr, denn der persönliche Eindruck ist nun mal wichtig. Da das Gespräch in einem ruhigen Rahmen ablaufen sollte und die Hütte nicht all zu groß war, habe ich mich ins Auto gesetzt.
Das Gespräch war um 9 Uhr. Ich bin schon ein bisschen früher ins Auto um mich vorzubereiten.
Ich war schon ein bisschen aufgeregt, denn es ist schon was anderes Leute am Telefon von sich zu überzeugen, wie wenn man vor ihnen steht. Man hat auch keine Mimik oder Gesten die einem helfen. Hilfreich war auch nicht, dass wir bereits über eine Woche nur deutsch gesprochen haben.
Pünktlich um 9 Uhr wurde ich dann angerufen. Am anderen Ende waren 4 Personen (Abteilungsleiter, ein Mitarbeiter, ein Art Gewerkschaftsvertreter und einer der oberen Chefs). Die haben sich ganz kurz mit dem Namen vorgestellt und ich habe mir versucht die verschiedenen Stimmen einzuprägen.
Das Gespräch selbst hat sich nicht allzu sehr von anderen unterschieden. Es waren die üblichen Fragen und ich denke ich war ganz gut vorbereitet. Allerdings kann man am Telefon nicht gleichzeitig sprechen, entweder man versteht nur oder spricht selbst und das war nicht ganz optimal finde ich. Ab und zu hatte ich dann auch noch schlechten Empfang und hab nur abgehackte Sätze verstanden. Aber wir haben es irgendwie hinbekommen. Das Gespräch lief ganz okay, aber ich wäre mega gern persönlich da gewesen, denn ich hatte das Gefühl, dass es besser gewesen wäre. Aber das ist nicht zu ändern. Das war auf jeden Fall das schrägste Bewerbungsgespräch, das ich bis jetzt hatte.
(Ich kann euch verraten, dass ich die Stelle leider nicht bekommen habe. Ich war schon ein bisschen enttäuschen, denn ich hätte mega gerne dort gearbeitet, denn ich habe dort auch schon jemand den ich kenne und mit dem ich sehr gerne wieder zusammen gearbeitet hätte. Wirklich sehr sehr schade! Auf meine Frage, was ich beim nächsten Mal besser machen könnte, habe ich nur die Antwort bekommen dass sie natürlich nur nach Erfahrung und Kompetenz entschieden haben und da der Gewerkschaftsvertreter dabei war, kann ich auch sicher sein, dass alles mit rechten Dingen zugegangen ist.)

Nach dem Gespräch bin ich dann wieder in die Hütte und haben den anderen erzählt wies gelaufen ist. Wir haben dann gemeinsam gefrühstückt. Heute gab es sogar Rührei.
Anschließend sind wir nach Kabelvåg ins Aquarium gefahren. Das Wetter war leider noch immer sehr schlecht und es hat immer wieder mal geregnet, deshalb war das Aquarium unser Schlechtwetterplan. Es war sehr überschaubar, aber ich finde auf jeden Fall sehenswert (wenn man Schlechtwettertage auf den Lofoten haben sollte). Es gab viele Infos zum Leben auf den Lofoten und wie die Menschen hier vom Fischen abhängig sind und noch vieles mehr. Man konnte natürlich auch verschiedenste Meeresbewohner anschauen. Verschiedene Fischarten, Otter und Robben.
Zwischendurch kam dann auch tatsächlich mal kurz die Sonne raus und man konnte die Berge sehen.
Nach unserem Besuch im Aquarium sind wir dann auch wieder nach Hause gefahren. Dort haben wir uns Instantnudelsuppen gemacht und haben den ganzen Abend bis spät in die Nacht 120 gespielt.

 

Reiseroute/Statistik

  • Strecke: auf den Lofoten
  • 65 km
  • Keine Fähre
  • 6 Tunnel
  • 6 Brücken
  • 1 deutscher Wohnwagen/mobil
  • Übernachtung: Hammerstad Camping Hütte für 4 Personen 1528 kr

K1024_Tag11

Road Trip durch Norwegen: Montag, 21.5.18 – Lofoten erkunden

Wir haben alle richtig gut geschlafen! Kein Wunder, in einem Bett schläft sich’s einfach besser als in einem Auto. Während des Frühstücks hat sich der Nebel langsam gelichtet und man konnte wieder ein paar Berge sehen. Da das Wetter einigermaßen ok war, wollten wir zum Angeln rausfahren. Das war Marco besonders wichtig. Er hat sich vor Reiseantritt gewünscht, dass wir einmal auf den Lofoten angeln gehen. Auf dem Campingplatz konnte man sich ein kleines Boot ausleihen und auch Angelausrüstung. Denn Marco hatte nur eine Angel dabei. Wir sind nicht weitgekommen, da mussten wir wieder umkehren, da es Franzi schlecht wurde. Sie wollte wieder zurück zur Hütte. So waren nur Jörg, Marco und ich beim Angeln. Ich habe Jörg ein bisschen erklärt worauf er achten soll und Marco hat selbst geangelt. Leider war Marco nicht sehr erfolgreich, dafür aber Jörg. Der hat 2 schöne Dorsche rausgezogen. Seine ersten selbstgeangelten Fische. Jörg hat sich natürlich sehr darüber gefreut.
Wir sind nicht weit gefahren, denn die Wellen wurden immer höher und so sind wir dann auch schon nach ca. 1 ½ Stunden zurück gewesen.
Marco hat dann die Fische filetiert und hat dabei Zuschauer bekommen.
Zwei Mädels sind um ihn herumscharwenzelt und haben versucht Bilder zu machen. Irgendwann konnte ich es nicht mehr mit ansehen und sagte dann sie können auch ruhig näher kommen, um sich das richtig anzuschauen. Und so wurden Marco und die Fische fleißig fotografiert und gefilmt.

Anschließend haben wir die Lofoten noch weiter erkundet. Zwischendurch haben wir dann gecacht (mal mehr und mal weniger erfolgreich). So fuhren wir bis nach Eggum. Dort war ich dann echt enttäuscht, denn es gab schon wieder einen Briefkasten in den man Wegzoll (3€) werfen sollte. Und ich wollte nicht. Ich finde das sooooo schade, dass man sich nicht mal mehr in der Natur frei bewegen kann.

Wir haben dann einen wunderschönen Strand gefunden. Weißer Sand und Türkises Wasser. Dort haben Franzi und ich wunderschöne Muscheln gesammelt. Da hätte ich wirklich Lust gehabt mein Strandtuch auszupacken und ein Weilchen zu bleiben – wäre das Wetter besser gewesen.

Auch auf dem Rückweg haben wir wieder gecacht und die Landschaft genossen. Wir sind dann nach Hennigsvær gefahren, da muss man über sehr coole Brücken fahren. Im Nachhinein hab ich rausgefunden, dass dort das tolle Fußballstadion ist, das auf einer eigenen kleinen Insel steht. Das wollt ich mir schon immer mal anschauen. Naja nochmal ein Grund warum wir nochmal auf die Lofoten müssen.
Hennigsvær ist ein süßes kleines Fischerdörfchen – das hat mir ganz gut gefallen.
(Wenn ich mich richtig erinnere hatten wir dort ein ganz besonderes Kloerlebnis. Denn auf der öffentlichen Toilette gab´s kein Licht und es war stockduster. Und so musste jeder mit seiner Handytaschenlampe aufs Klo. War schon ein bisschen lustig! Aber ich glaub das war auch gut dass es so dunkel war, denn so haben wir nicht gesehen wie schmutzig es dort war.)
Wir haben auch wieder unser Glück bei der Kirche probiert, doch mehr wie durch die Fenster schauen war leider nicht möglich.
Von Hennigsvær sind wir dann nach Kabelvåg gefahren. Auch in Kabelvåg wollten wir eine Kirche besichtigen – ratet mal – richtig sie war geschlossen. Aber den Cache der dort versteckt ist, haben wir gefunden. Kabelvåg und auch Svolvær waren nicht so atemberauben. Die hatten keinen Charme. In Svolvær haben wir allerdings wieder ein Schiff der Hurtigruten gesehen. Wir waren auch einkaufen (hier in Norwegen gibt es in jeder größeren Stadt Lebensmittelgeschäfte die auch sonntags geöffnet haben.).

Zurück in der Hütte haben wir erst ein bisschen aufgeräumt. Und während Marco den Fisch zubereitet hat, haben Jörg und ich 120 gespielt (ein Kartenspiel an dem ich Gefallen gefunden habe. Den Fisch gab´s mit einem leckeren Sößchen und Reis. Es war mega gut!!
Auch den heutigen Abend haben wir gemütlich ausklingen lassen. Wir hatten noch Besuch von 2 Katzen und zum Nachtisch haben wir (mega ungesunden) Zitronenkuchen mit Zuckerstreuseln gegessen und dazu gab´s Tee.

 

Reiseroute/Statistik

  • Strecke: auf den Lofoten
  • 160 km
  • Keine Fähre
  • 8 Tunnel
  • 2 km in Tunneln
  • 18 Brücken
  • 3 deutsche Wohnwägen/mobile
  • Übernachtung: Hammerstad Camping Hütte für 4 Personen 1528 kr

K1024_Tag10

Road Trip durch Norwegen: Sonntag, 20.5.18 – weiße Strände

Wie schon im letzten Beitrag erwähnt haben wir nicht allzu gut geschlafen. Das Wetter war leider auch nicht mehr so gut. Es hat sehr gewindet und immer wieder mal geregnet.
Heute ist unser Tagesziel zu der Hütte zu kommen, die wir für ein paar Nächte gebucht haben.
Nach einem Frühstück mit Meerblick sind wir dann Richtung Svolvær gefahren.
Plötzlich schreit Marco: „Ein Hoppelhase!“. Denn es ist ein kleiner grauer Hase über die Straße geflitzt. Ich hab ihn leider nicht gesehen und auch die anderen im Auto nicht. Der war einfach zu schnell wieder weg.

Wir haben an fast jedem Strand gehalten. Die Strände sind wunderschön!!!
Wir sind in den Nussfjord gefahren. Am Ende des Fjords ist ein süßes kleines Fischerdörfchen.
Am Hauklandstrand war es extrem windig. Aber die Farbe des Meeres war wunderschön Türkis. Und mit den Bergen links und rechts auf jeden Fall was Besonderes (nicht auf den Lofoten, denn da ist jeder Strand quasi neben einem Berg). Danach sind wir zum Strand Uttakleiv, der wird auf vielen Seiten als der schönste Strand auf den Lofoten beschrieben. Mein Favorit ist vermutlich der Rambergstrand von gestern. Da möchte ich auf jeden Fall nochmal bei schönem Wetter hin!!!
Zurück zum Uttakleiv- Strand. Hier in Norwegen gibt es ein Jedermannsrecht, das zum Beispiel erlaubt, dass man überall zelten darf, außer in einem privaten Garten (und noch ein paar Regeln mehr). Und ich fand es wirklich sehr grenzwertig, dass man um zu diesem Strand zu kommen Geld bezahlen musste. Denn der Strand ist öffentlich. Naja, ist schon toll mit den Touristen, die kann man gut ausnehmen.
Der Strand war wirklich schön. Links waren Felsen und Steine und nach rechts wurden diese immer weniger. Und im Hintergrund hatte man wieder Berge. Toll waren auch die Schafe die dort vorbei sprangen. Vor allem die Mami mit ihren 2 kleinen Lämmchen. Die waren goldig! Auch dieser Strand wäre bei schönem Wetter vermutlich noch schöner.

Die Lofoten haben wirklich eine sehr spezielle Landschaft. Ich weiß gar nicht wie ich das so richtig beschreiben soll.

Auf unserer Route zur Hütte kamen wir auch an dem berühmten Wikingermuseum vorbei. Da wollte ich auf jeden Fall hin, auch wenn das echt nicht ganz günstig war mit. Über 20€ pro Person. Aber ich finde es hat sich gelohnt (und wir hatten echt scheiß Wetter, denn bei gutem Wetter hätte man noch mehr anschauen und ausprobieren können). Das Museum ist auf einem Hügel auf dem früher ein Langhaus (so hießen die Häuser der Wikinger) stand. Dieses Haus haben sie versucht so getreu wie möglich nachzubauen. Und im Nachbau und einem weiteren Gebäude ist das Museum. Es gibt noch ein riesiges Außengelände mit Ruinen, einem Hafen und Bootshaus, Ställe, eine Schmiede und noch vieles mehr.
Ich finde das Museum war wirklich sehr spannend und ich hätte da noch viel mehr Zeit verbringen können. Man bekommt Kopfhörer und über sein eigenes Handy kann man dann die verschiedenen Infotexte bzw. Filme anhören. Ich finde es genial gelöst. Wär sich nur grob informieren möchte kann tolle Filme anschauen und wer über die einzelnen Exponate und das Leben der Wikinger mehr wissen möchte kann dies tun. Im Anfangsgebäude gab es dann einen Film über dieses Langhaus das hier mal stand. Wie ein kleiner Film hat er die Geschichte von einer Familie dort erzählt. Ich fand’s wirklich toll gemacht. Danach haben wir uns das Langhaus angeschaut. Dort waren auch Darsteller die gewebt haben und Schuhe hergestellt haben. Man konnte auch lernen was die Wikinger früher so gespielt haben. Es gab auch wieder viele tolle Aktivitäten für Kinder (das ist so toll an norwegischen Museen, kann man finde ich überhaupt nicht mit den deutschen vergleichen, wo man nichts anfassen darf und bloß keine Bilder machen soll). Wir haben uns dann noch unsere Zukunft mittels Runen vorhersagen lassen.
Ich hab mir vom netten Schuhmacher dann noch ein bisschen was erzählen und erklären lassen.
Danach wollte ich noch zum Hafen. Die Jungs wollten eigentlich zurück zum Auto und haben sich aber dann doch nochmal um entschieden, denn das Wetter war echt grauenvoll. Es hat gestürmt und geregnet. Es war wirklich nicht toll. Als sie dann aber herausgefunden haben dass man da so weit laufen muss bis zum Hafen sind sie wieder umgekehrt und ich bin mit Franzi alleine zum Hafen. Da das Wetter so schlecht war, war dort auch nicht viel zu sehen. Denn das Bootshaus war mehr eine Abstellkammer und die Boote draußen waren voll mit Wasser. Man kann nämlich im Sommer auch eine Bootstour mit einem Wikingerschiff machen und man kann die Schmiede besichtigen, aber das hatte alles dank dem wunderschönen Wetter nicht geöffnet. Wirklich schade.
Ich hab mir dann noch ein paar Postkarten im Souvenirladen gekauft und dann gings auch schon weiter.

Das Wetter wurde leider immer schlechter und schlechter. Es war nicht mehr schön Auto zu fahren, da der Wind das Auto ganz schön durchgerüttelt hat. Und durch den Regen und die dichten Wolken war die Sicht auch nicht mehr all zu gut. Von Aussicht war da schon gar keine Rede mehr. Das muss ich sagen war wirklich schade. Aber das Wetter kann man nicht ändern und das muss man so nehmen wie es kommt. Aber ich möchte auf jeden Fall nochmal auf die Lofoten und hoffe dann auf besseres Wetter, damit wir auch die volle Schönheit bewundern können. Wir haben erfahren, dass es dieses Jahr besonders schlecht war, da es im Süden überragend gut war und durch das Hoch im Süden das schlechte Wetter im Norden hing und es deshalb so kalt und so schlecht war.
Bis vor ein paar Wochen lag noch Schnee auf den Lofoten, jetzt sieht man nur noch ein bisschen Weiß auf den Bergspitzen.

Wir waren wirklich sehr froh als wir endlich an der Hütte in der Nähe von Svolvær angekommen sind, denn das Wetter war echt ungemütlich. Das Ehepaar die diesen Campingplatz betreiben sind wirklich sehr nett. Und unsere Hütte war auch echt schön. Sie war sauber und ausreichend groß. Wir hatten einen kleinen Balkon (den konnten wir leider auf Grund des Wetters nicht nutzen). Im Erdgeschoss gab’s einen kleine Küche und einen Esstisch, sowie ein kleines Wohnzimmer. Von dort hatte man einen schönen Blick über die Bucht und die Berge (wenn sie mal nicht hinter den Wolken waren). Ein kleines Schlafzimmer und ein Bad waren im hinteren Teil der Hütte. Es gab noch eine kleine Galerie, dort waren nochmal 2 Betten. Ich fand die Hütte sehr gemütlich! Es war auch mal toll, dass man ein paar Tage am selben Ort war und nicht alles immer wieder ins Auto packen musste.
Wir haben es uns dann alle auf dem Sofa gemütlich gemacht, haben Karten gespielt und den Abend ruhig und vor allem warm und windstill ausklingen lassen.

 

Reiseroute/Statistik

  • Strecke: von Flakstad zum Hammerstad Camping
  • 141 km
  • Keine Fähre
  • 11 Tunnel
  • 6 km in Tunneln
  • 12 Brücken
  • 4 deutsche Wohnwägen/mobile
  • Übernachtung: Hammerstad Camping Hütte für 4 Personen 1528 kr

K1024_Tag9

Road Trip durch Norwegen: Samstag, 19.5.18 – Polarkreis, Fähre und Lofoten

Es war ein bisschen kalt in der Nacht, aber sonst hab ich sehr gut geschlafen.
Das Wetter war heute leider um einiges schlechter. Da war es ganz angenehm in das warme Frauenbad zu kommen. Alles sehr sauber und auch die Größe war super! Sogar Musik gab es dort.
Die Zelte waren dann ganz schnell abgebaut und so konnten wir gemütlich frühstücken. Für Franzi und mich gab es heute Müsli mit Blaubeeren.
Um 8 Uhr waren wir schon abfahrbereit.
Der erste Halt war in Mo i Rana – beim Hafenmann. Das ist eine Statue, die im Meer steht. Ich fand vor allem die hübschen Häuschen die da standen toll. So bunt.

Zwischendurch hat es dann auch immer mal geregnet und was extrem auffällig war, waren die vielen Baustellen. An jeder Ecke wurde die Straße neu gebaut.
So langsam näherten wir uns immer weiter dem Polarkreis. Die Landschaft wurde immer karger und die Berge waren schneebedeckt. Und dann sahen wir es, das Gebäude das den Polarkreises markiert. Bei 692müN haben wir den Polarkreis überquert. Und auch das Wetter hätte nicht treffender sein können. Es war kalt, windig und bäh.
Ich dachte mir nur – Oh Gott was machen wir nur hier, wir werden die nächsten Tage ja noch weiter in den Norden fahren. Hier ist tiefster Winter. Ohje!
Sehr schnell zog es uns ins Polarkreiscenter. Dort war es warm. Hier gab es Toilette, ein Restaurant (mit all zu teuren Preisen) und einen Souvenirladen. Ich hab mir dort Postkarten gekauft und hab auch einen Stempel bekommen, als Beweis, dass wir den Polarkreis überquert haben. Schon irgendwie unglaublich – finde ich.
Wir haben beschlossen, dass wir uns den Film hier nicht ansehen, da uns der Eintritt zu teuer war.

Auf der Weiterfahrt, nun also auf der nördlichen Seite des Polarkreises, wurde das Wetter auch immer schlechter. Es begann zu schütten und zu stürmen.

In Bodø haben wir dann das Hurtigrutenboot Midnatsol (Mitternachtssonne) gesehen. Das sind schon echt riesige Schiffe. Die Hurtigruten (so heißt die Rederei) fahren von Bergen bis hoch in den Norden nach Kirkenes (an der russischen Grenze). Sie werden auch Postschiffe genannt, da sie vor allem früher wichtige Schiffe für die Versorgung der Menschen in den abgelegenen Örtchen im Norden waren. Aber auch heute ist es noch eine wichtige Verbindung. Die Hurtigruten sind bei Touristen sehr beliebt. Denn es werden insgesamt 34 Häfen angelaufen und so lässt sich Norwegen auf eine ganz einzigartige Weise erkunden. Leider ist es extrem teuer, aber mit Sicherheit ein tolles Erlebnis. Elf Tage braucht ein Schiff um von Bergen nach Kirkenes und wieder zurück nach Bergen zu kommen. Es gibt noch so viel Spannendes über die Hurtigruten zu erzählen, wer also mehr wissen möchte findet dazu massenweise Informationen im Internet. Es gibt auch einige Dokumentarsendungen über die berühmte Schiffsrute.

Wir haben in Bodø noch eine Kleinigkeit gegessen und haben uns dann am Fährhafen in die Reihe gestellt. Ich empfehle übrigens, wer das in der Hauptsaison macht, sollte vorher buchen, denn ich befürchte, da ist es nicht so einfach noch einen Platz zu bekommen. Und diese Fähre fährt nur ein- oder zweimal am Tag.
Diese Fähre wird uns nämlich auf die Lofoten bringen. Bei einer über 3 ½ stündigen Fahrt von über 100km auf dem Meer ist die Fähre einer der 4 Möglichkeiten um auf die Lofoten zu kommen. Man kann nämlich mit den Hurtigruten fahren oder einen der kleinen Flughäfen anfliegen. Wenn man über den Landweg auf die Lofoten möchte, muss man das weiter oben im Norden tun.

Franzi hat sich sehr schnell aufs Sonnendeck begeben, denn ihr wurde es sofort übel. Ich hab mich relativ wacker geschlagen, bis ich den Fehler gemacht habe aufs Handy zu schauen. Das tat mir gar nicht gut und danach musst ich mich echt zusammenreisen. Wir hatten für meinen Geschmack schon sehr üblen Seegang, da es so windig war. Allerdings möchte ich nicht wissen, wie sich die Fährüberfahrt bei richtig schlechtem Wetter anfühlt. Definitiv nichts für mich. 2 Mal musste ich aufs Klo verschwinden und ich war dann echt froh, als die Lofoten endlich in Sicht kamen. Das war wunderschön! Es kam immer mal wieder die Sonne hinter den Wolken hervor und die Lofoten tauchten als spitze Bergkette am Horizont auf. Gigantisch! Ein sehr majestätischer Anblick!!! Das war wirklich ein schöner Augenblick!
Was auf den Lofoten auffällt ist auf jeden Fall die tolle Natur! Hier gibt es spitze Berge die direkt aus dem Meer zu kommen scheinen. Weiße Traumstrände und atemberaubende Ausblicke. Allerdings sind die Lofoten bei schönem Wetter deutlich imposanter (da man einfach mehr sieht), als im Nebel. Dennoch haben die Lofoten (manchmal) auch bei schlechtem Wetter ihren Charme.
Die Lofoten ist eine Inselgruppe. Es gibt 7 große Inseln und hunderte kleine. Es gibt viele Fischerdörfer hier und hier kommt auch der berühmte Stockfisch her. Das ist Dorsch/Kabeljau der dort zum Trocknen aufgehängt wird. So viel kann ich euch verraten – die Lofoten sind auf jeden Fall eine Reise wert!

Dennoch war ich dann froh als wir in Hafennähe waren, denn da war die See deutlich ruhiger und mein Magen konnte sich auch wieder beruhigen.
Wir legten in Moskenes an und der größte Teil fuhr gleich mal zu dem Campingplatz dort. Wir waren auch dort, doch wir wollten keine 40€ für einen Zeltplatz am Hang bezahlen.
Deshalb haben wir uns auf den Weg nach Å gemacht. Ja dieses kleine Dörfchen am letzten Zipfel (auf dieser Insel) der Lofoten heißt wirklich so. Wir hatten uns überlegt vielleicht wieder in einer Hütte zu übernachten, aber ich habe mich wehemend gewehrt über 100€ für eine Übernachtung in einer Schuhschachtel zu bezahlen. Wir fuhren noch ein Stückchen weiter und sollten heute kein Glück mehr mit den Campingplätzen haben. Denn egal welchen Campingplatz wir gefunden hatten, war er entweder geschlossen weil noch nicht Saison war oder er wurde gerade renoviert oder es gab keine zugänglichen Klos. Das lief mal überhaupt nicht nach Plan! Wir sind weit gefahren auf unserer Suche und auch teilweise wieder zurück, dennoch haben wir einfach nichts Passendes gefunden. Außer schöne Strände! An einem Strand (da gab es endlich eine Toilette) waren nachts um halb 12 immer noch Surfer. Schon toll, wenn es so lange hell ist! Wir haben uns entschieden auf einem Friedhofsparkplatz im Auto zu übernachten. Das war auf jeden Fall ein Erlebnis für sich kann ich euch sagen. 4 Leute in einem Miniauto. Geschlafen haben wir natürlich nicht allzu viel und am nächsten Morgen wusste ich was Ödeme sind. Meine Beine waren echt mega geschwollen. Aber der Ausblick hätte wieder mal nicht besser sein können, denn vor uns war ein Strand eingerahmt von Bergen.

Was für ein spannender Tag! Über den Polarkreis ab in den Norden, weiter mit der abenteuerlichen Fähre und so der atemberaubende Blick auf die Lofoten. Ich bin schon auf morgen gespannt – da werden wir dann die Inselgruppe weiter erkunden.

 

Reiseroute/Statistik

  • Strecke: vom Yttervik Camping nach Flakstad
  • 308 km
  • 1 Fähre (100km 4,5h)
  • 13 Tunnel
  • 11 km in Tunneln
  • 45 Brücken
  • 18 deutsche Wohnwägen/mobile
  • Übernachtung: zu 4. im Auto auf dem Kirchenparkplatz

K1024_Tag8

Road Trip durch Norwegen: Freitag, 18.5.18 – Wälder und Flüsse

Am nächsten Morgen sind wir erstmal nach einander ins Bad. Mein Föhn hat dann aber leider nicht ganz durchgehalten und so hatte ich nur halb getrocknete Haare. Aber das ist kein Drama, zu Hause lasse ich sie meistens eh an der Luft trocknen. Ein Frühstück darf natürlich auch nicht fehlen und so konnten wir gestärkt wieder ins Auto steigen. Das Wetter war durchwachsen. Mal war es sonnig und mal bewölkt.
Die Landschaft war geprägt von vielen Wäldern und Flüssen. Ganz anders wie bei uns. Mir hat es sehr gut gefallen!
Als es wieder mehr Richtung Landesinnere ging, wurde die Landschaft karger und wir hatten sogar wieder Schnee. Und so durchfuhren wir das Tor nach Nordnorwegen. Dort waren wir im Niemandsland. Weit und breit nichts. Außer Schnee, gefrorene Seen und Wälder. Könnt ihr euch das vorstellen, dass 2 „Nachbarstädte“ 400km voneinander entfernt liegen können. Ist doch der Wahnsinn!

Die Straße verlief meist an Flüssen entlang. Ab und zu hatten wir aus heiterem Himmel kurze Regenschauer und es war sehr windig.
Wie auch schon bei Trondheim, gab es hier viele Mautstraßen. Eine Maut von über 3€ finde ich schon heftig.

Die nächste Stadt war dann Mosjøen. Ein sehr kleines Städtchen. Es hat auch nicht allzu viel zu bieten. Die Kirche dort ist aber sehr schön! Leider war sich natürlich auch verschlossen. Es gibt auch noch ein paar hübsche Holzhäuschen am Wasser.
Wir haben uns bei einem thailändischen Imbisstand was zu essen geholt. Während wir auf das Essen gewartet haben, haben wir uns das Shoppingcenter von Mosjøen angeschaut. Überschaubar und alt. Das kann man definitiv über Mosjøen sagen, es ist keine moderne oder hübsche Stadt (bis auf die 2 schon aufgezählten „Attraktionen“).
Wir haben dann nach dem Essen noch einen kleinen Spaziergang zu den schon genannten Häuschen gemacht, aber da die Sonne hinter einem Berg war, waren die Häuser leider halb im Schatten.

Nach Mosjøen kam eins unserer Highlights des Tages. Wir haben unsere ersten Rentiere in freier Wildbahn gesehen. Die standen da einfach so neben der Straße. Ihr könnt euch ja das Geschrei im Auto vorstellen. Wir mussten natürlich sofort halten.

Nach dieser kleinen Aufregung sind wir dann noch ca. 2 Stunden gefahren. Die Suche nach einem Zeltplatz war mal wieder nicht einfach, deshalb haben wir uns für einen Campingplatz entschieden. Als wir dann einen gefunden hatten, hatte der keinen Platz mehr, da ne halbe Stunde zuvor ein Bus voller Asiaten gekommen ist. Also fuhren wir weiter. Der nette Herr vom Campingplatz hat uns einen anderen Platz empfohlen. Wie sich im Nachhinein rausstellte, ein viel besserer – wie ich finden. Denn er lag direkt am Fjord und auch die Gemeinschaftsküche und die Bäder waren Top!

Unser heutiger Zeltplatz lag mal wieder direkt am Fjord. Eine super Aussicht hat man von hier! Ich kann euch den Yttervik Camping nur empfehlen. Das Wetter war auch wieder besser und so konnten wir bei strahlend blauem Himmel die Zelte aufstellt. Marco und ich haben uns heute für unser großes Zelt entschieden.
Marco und ich haben uns ein bisschen amüsiert, denn Franzi und Jörg waren jetzt nicht gerade die geübtesten im Zelt aufbauen. (Sorry ihr zwei, aber das war echt lustig). Die zwei haben sich auch immer wieder mal gekabbelt. Aber keine Sorge, alles war im grünen Bereich. Und mit ein zwei Tipps von Marco und mir, war das Zelt dann doch ganz schnell aufgebaut.

Marco hat dann versucht zu angeln, leider ohne Erfolg. Aber es war trotzdem ein wunderschöner Abend!
Da Marco keinen Fisch gefangen hat, gab´s heute Linseneintopf. Wir hatten quasi den ganzen Campingplatz für uns alleine und so konnten wir ganz ungestört kochen und essen.

Was für ein schöner Tag das wieder war!!! Ich freue mich schon auf morgen, denn da überqueren wir den Polarkreis.

 

Reiseroute/Statistik

  • Strecke: vom Stiklestad Camping zum Yttervik Camping
  • 387 km
  • keine Fähren
  • 17 Tunnel
  • 13 km in Tunneln
  • 56 Brücken
  • 11 deutsche Wohnwägen/mobile
  • 7 Rentiere
  • Übernachtung: Yttervik Camping 1 Stellplatz (war groß genug für 2 Zelte) und ein Auto (es wurde nichts für Extrapersonen abgerechnet)

K1024_Tag7

Road Trip durch Norwegen: Donnerstag, 17.5.18 – Nationalfeiertag

Guten Morgen ihr Lieben! Ich habe nicht sehr gut geschlafen, denn am Abend ist noch ein Wohnmobil gekommen, dass neben uns geparkt hat und über eine halbe Stunde den Motor nicht ausgemacht hat. Das war echt nervig und völlig unnötig. Dieselben Deppen haben das heute früh wieder so gemacht. Die waren noch nicht fertig mit zusammenpacken haben aber schon mal den Motor angemacht. Dankeschön!

Wir haben uns dann frisch gemacht. Der Campingplatz ist nicht zu empfehlen. Eine reine Baustelle und überall hat man dann den Dreck. Nach dem Frühstück am Fjord (der Ausblick entschädigt einiges) haben wir noch abgespült und das Auto neu eingeräumt. Denn heute Nachmittag werden wir ja dann unsere Freunde am Flughafen abholen und die sollen ja dann auch Platz im Auto haben. Als wir dann alles zusammen gepackt hatten, sind wir wieder nach Trondheim gefahren.

Es war einfach nur krass was da los war. Sooooo viele Menschen – unglaublich!
Die Stadt war nicht mehr wieder zu erkennen. Das Wetter hätte übrigens nicht besser sein können. Es war richtig schön warm und sonnig.
Überall waren hübsch gekleidete Norweger in Bunads (die traditionelle Tracht der Norweger – jede Region hat eigene Farben und Muster). Marco und ich haben uns dann einen guten Platz für den Umzug gesucht, denn kleine Leute müssen einfach in der 1. Reihe stehen sonst sehen sie nichts. Während wir auf den Umzug warteten, sind wir in der Sonne verglüht. Es war echt warm! Immer mehr und mehr Menschen kamen und haben sich aufgestellt, um sich den Umzug anzuschauen.

Dann ging es los. Kanonenschüsse von der Festung und die Musikkapellen haben angefangen zu spielen. Was für ein Erlebnis – kann ich euch sagen! Es war wunderschön!! So viele Leute in Kostümen oder hübschen Kleidern. Vereine die ganze Kanus, Sofas oder Fallschirme mit geschleppt haben. Schöne Musik und akrobatische Sprungeinlagen. Und der Umzug wollte einfach nicht enden. Es waren so unglaublich viele die bei diesem Umzug mitgemacht haben. Ich kann euch das echt empfehlen – Nationalfeiertag in der 2. größten Stadt Norwegens zu feiern. Mir hat es richtig gut gefallen!
Nach dem Umzug sind Marco und ich noch in die Altstadt. Es waren einfach so viele Menschen hier. Ich hab in Norwegen noch nie so viele Menschen auf einem Haufen gesehen. Ich hatte das Gefühl ganz Norwegen war zu Gast in Trondheim.

Wir haben uns dann noch ein bisschen an den Kanal gesetzt und das Treiben beobachtet. Als Marco dann meinte er wolle zurück zum Auto, wollte ich noch 5 Minuten bleiben. Als wir nach ca. 5 Minuten dann nur wenige Schritte gegangen waren, hat plötzlich jemand meinen Namen gerufen. Wer zum Henker kennt mich hier?! Es war eine Arbeitskollegin. Was für ein Zufall! Wären wir schon vor 5 Minuten gegangen hätten wir sie nie getroffen und auch so war es echt ein riesen Glück. Trondheim ist ja nicht gerade klein und wie gesagt, ganz Norwegen war in der Stadt. Schon lustig! Nach einem kleinen kurzen Pläuschchen mussten wir uns dann nicht nur von der Kollegin verabschieden, sondern auch von der wunderschönen Stadt Trondheim. Ich möchte auf jeden Fall mal wieder hierher, denn es war einfach traumhaft schön hier!

 

Wir fuhren weiter Richtung Norden. Vorbei an blauem Wasser und braunen Feldern. Norwegischen Flaggen und kleinen Dörfchen. Der Flughafen liegt nämlich 40min außerhalb von Trondheim. Wir haben noch einen kurzen Stopp an einem Rasthof eingelegt, denn wir hatten Hunger. Nach einer Banane ging´s dann weiter zum Flughafen. Wir mussten auch nicht allzu lange warten, bis dann Franzi und Jörg kamen. Es war echt schön sie endlich mal wieder zu sehen.
Das verstauen des Gepäcks ging relativ schnell, aber optimal war es nicht. Das Auto hätte echt größer sein können.

Unser erster gemeinsamer Stopp war eine Burg auf einer Insel. Nachdem wir etwas mehr als 3€ bezahlt hatten um dort parken zu dürfen, haben wir festgestellt, dass man zurzeit gar nicht rein kann, da dort renoviert wird. Was für ein Glück wir doch haben. Dann haben wir uns das Ding halt von außen angeschaut und haben die schöne Aussicht genossen. Es war sehr windig, aber noch immer sonnig.

Auch bei unserem 2. Stopp hatten wir kein Glück. Es war mal wieder eine Kirche und auch diese war nicht geöffnet. Wirklich sehr schade, denn ich mag es Kirchen zu besichtigen. Ob die ganz großen majestätischen oder kleine Holzkirchen. Aber in Norwegen scheint das nicht so einfach zu sein.

 

Der letzte Stopp war dann ein Campingplatz (Stiklestad Camping). Da es noch regnen sollte haben wir uns für eine Hütte entschieden. Hier waren wir froh, dass Franzi und Jörg Bargeld dabei hatten, denn hier konnte man nicht mit Karte bezahlen und auch mit Vipps kamen wir nicht weiter. (Aber es sollte der einzige Campingplatz auf der ganzen Reise bleiben, bei dem man nur bar bezahlen konnte, denn hier in Norwegen kann man auch 10cent mit der Karte bezahlen.)

Die Hütte war nicht allzu groß, aber ausreichend. Leider war sie mega dreckig und davor waren Leute mit Hund drin und die Hundehaare waren überall. Aber wir hatten es trocken und warm. Die Hütte hatte 2 Schlafräume mit jeweils einem Etagenbett. Ich hatte das Vergnügen oben zu schlafen. Ich war schon ein bisschen ängstlich raus zu fallen, denn es war sehr hoch und ohne Geländer.

Aber jetzt gab´s erstmal was zu essen – Nudeln mit Pesto. Wir haben den Abend dann noch gemütlich ausklingen lassen und haben uns dann in unsere Schlafsäcke gemummelt.

Und so ging auch dieser ereignisreiche Tag zu Ende.

 

Reiseroute/Statistik

  • Strecke: von Øysand zum Stiklestad Camping
  • 132 km
  • keine Fähren
  • 13 Tunnel
  • 15 km in Tunneln
  • 16 Brücken
  • 1 deutscher Wohnwagen/mobil
  • Übernachtung: Stiklestad Camping Hütte für 4 Personen 600kr

K1024_Tag6

Road Trip durch Norwegen: Mittwoch, 16.5.18 – Trondheim meine neue Lieblingsstadt

Die Nacht im Auto war so lala. Das ist noch ausbaufähig, denn vor allem die Aufteilung des Schlafplatzes war nicht sehr gut. Marco lag auf dem Beifahrer sitz und ich hinten. Ich musste entweder halb sitzend schlafen oder hatte Marcos Sitz direkt vor dem Gesicht. Was zu Platzangst geführt hat. Und auch Marco konnte den Sitz dadurch nur begrenzt nach hinten stellen. Nächstes Mal müssen wir was Neues ausprobieren.
Das Wetter war wieder deutlich schlechter und dadurch war auch die Aussicht nicht ganz so schön.
Um ca. 10 Uhr sind wir dann in Trondheim angekommen. Die Straßen wurden wieder breiter und mehrspurig. Es war auch deutlich mehr Verkehr und überall mussten wir Straßenmaut bezahlen.
Als erstes sind wir in ein Freilichtmuseum. Wir haben aber erst im Gebäude angefangen, um dort die Geschichte zur ersten Burg Norwegens zu lesen (und um den Regen abzuwarten). Von der Burg war leider nicht mehr allzu viel übrig. Aber man hatte einen schönen Ausblick über die Stadt und auch über das Museum. Denn es gab noch schöne alte Häuschen anzuschauen und eine eigene kleine Stadt. Allerdings waren Marco und ich ein bisschen enttäuscht. Denn man konnte nicht in alle Gebäude rein, die als solche auf der Karte markiert waren. Ich kann jedem nur das Folkemuseum in Oslo empfehlen. Das ist deutlich größer und mit mehr Liebe zum Detail gestaltet (allerdings sind wir auch vor der Hauptsaison in Trondheim, das macht vielleicht einen Unterschied). Dennoch habe ich was sehr spannendes entdeckt. Eine alte Zahnarztpraxis. Interessant ist auch das sich da nicht so viel geändert hat. Außer dass die Gegenstände heute ein bisschen moderner aussehen.
Als nächstes stand die trondheimer Innenstadt auf dem Plan. Wir haben in einem Parkhaus in der Nähe vom Zentrum geparkt. Das war einigermaßen bezahlbar und wir mussten nur etwa 15min ins Zentrum laufen.

Trondheim ist wunderschön!!! Diese vielen bunten Häuser und die Kanäle – einfach richtig toll! Kleine Gassen und Brücken. Die Stadt ist einen Besuch wert. Und ich hoffe ich komme mal wieder hier her! Ich habe mich verliebt!
Den berühmten Nidaros Dom haben wir uns nur von außen angeschaut. 12€ pro Person waren uns dann doch zu teuer. Aber auch von außen ist er spektakulär. Er ist einfach nur riesig. Und auch sehr unterschiedlich. Wenn man ihn von der Friedhofsseite anschaut ist es eine gigantische Kirche und hat auch seinen Charme wie ich finde. Und wenn man von vorn die Kirche betrachtet ist es einfach nur der Wahnsinn mit all den Steinstatuen.
Auf dem Weg zur Festung konnten Marco und ich einen Fahrradlift bewundern. Das Ding ist gratis und schiebt dich den Berg hoch. Einfach genial!

Von der Festung hat man einen schönen Blick über die Stadt! In der Festung ist ein kleines Museum. Dort kann man die Geschichte zur Festung nachlesen. Das Obergeschoss fand ich allerdings sehr gruselig, denn der Boden dort hat nicht mehr den besten Eindruck gemacht. Deshalb bin ich lieber schnell wieder runter auf sicheren Boden.

Marco hatte sich mit ein paar Jungs zum Go spielen verabredet. Deshalb sind wir zurück zum Auto, um mein Notebook zu holen, damit ich während Marco Go spielt schon mal anfangen kann die Bilder von der Kamera auf den PC zu verschieben. Wir haben uns in einem coolen Café in der Innenstadt getroffen. Ich konnte wie gesagt die Bilder verschieben und auch gleich ein bisschen sortieren. Ich hab aber auch ein paar Emails beantwortet. Anschließend sind wir dann wieder zum Auto zurück gelaufen. – Ach die Stadt ist einfach so schön! –

Abends ging´s dann wieder ein Stückchen zurück nach Süden. Denn unser heutiger Campingplatz war eine halbe Stunde außerhalb von Trondheim. Das Wetter war zum Abend hin wieder ein bisschen besser und so hatten wir wieder einen schönen Sonnenuntergang. Auch dieses Mal konnten wir vom Zelt aus auf einen Fjord blicken.
Ich freu mich schon riesig auf den Nationalfeiertag morgen. Das wird bestimmt schön!

 

Reiseroute/Statistik

  • Strecke: von Halsa nach Øysand
  • 174 km
  • keine Fähren
  • 12 Tunnel
  • 15 km in Tunneln
  • 34 Brücken
  • 1 deutscher Wohnwagen/mobil
  • Übernachtung: Øysand Camping ein Zelt, 2 Personen und ein Auto – 150kr

K1024_Tag5

Road Trip durch Norwegen: Dienstag, 15.5.18 – Plötzliche extreme Hitze

Wir sind ohne Frühstück gestartet. Ich hab mich einfach nicht wohl gefühlt in dem fremden Haus und vor allem die Küche hat mich doch sehr gestört. Es war leider noch immer sehr wolkig und so hat man nicht viel mehr gesehen als den Tag davor. Heute führt unsere Route uns nach Molde, zu einer Höhle und dann mal schauen wie weit wir noch kommen.

Der Weg von Ålesund nach Molde ist sehr schön. Man fährt entlang verschiedenster Fjorde und schönem Bergpanorama. Unsere Frühstückspause haben wir in einem kleinen Dörfchen gemacht. Auch das Wetter wurde besser und so konnten wir die schöne Aussicht beim Frühstück in der Sonne genießen. Nach dem Frühstück haben wir die Sportgeräte ausprobiert. Was für ein schöner Platz um sich fit zu halten!
Weiter geht’s durch die Fjordlandschaften Norwegens. Jetzt nur noch eine Fähre und dann sind wir in Molde. Es ist schon ein bisschen zu sehen.
Molde ist vielleicht nicht das schönste Städtchen hier in Norwegen doch die Landschaft schafft es auf meiner Liste sehr weit nach oben. Mir gefällt es hier sehr sehr gut!!
Wir machen uns es auf der Hafenmauer mit einem Eis gemütlich und genießen die tolle Aussicht über den riesigen Fjord und die Berge am anderen Ende. Ich finde es einfach gigantisch.

Unser nächster Stopp ist ein Berggipfel. Zu Marcos Entzückung kann man mit dem Auto bis ganz nach oben fahren – und es lohnt sich!!! Die Aussicht ist atemberaubend. Am Fuße des Berges liegt Molde und man sieht über all die Inselchen und den Fjord und am Horizont hat man wieder die Bergkette.

 

Der nächste Stopp ist dann die Höhle. Die ist nicht ganz so leicht zu erreichen, denn da steht uns eine 2 stündige Wanderung bevor. Das größte Problem ist eigentlich die Hitze. Denn es ist extrem warm und es ist windstill. Wie werden das wohl die Lebensmittel im Auto überleben? Und wie sollen Marco und ich die anstrengende Wanderung in langen Klamotten überleben, denn danach geht’s in eine kalte Höhle, da können wir nicht mit kurzen Hosen rein.

So schwitzen Marco und ich vor uns hin auf dem Weg nach oben. Die Wanderung ist jetzt nichts Besonderes, aber trotzdem schön. An jedem bisschen Wasser an dem wir vorbeikommen kühlen wir uns ab. Irgendwann haben wir dann endlich die Höhle erreicht. Nachdem wir unsere Jacken und Regenhosen anhatten, haben wir uns noch die Stirnlampen eingestellt und dann sind wir zum Höhleneingang geklettert. Es war extrem viel Wasser, vor allem ist das auch sehr schnell geflossen. Auf einem Schild vor dem Eingang war der Aufbau der Höhle zu sehen. Aber Marco und ich kamen nicht sehr weit. Denn ich hatte mega schiss mit dem Wasser und es war extrem dunkel. Um es kurz zu machen wir sind nicht in die Höhle.

Im Nachhinein hätten wir vielleicht noch ein Stückchen weiterrein gehen sollen und unseren Augen länger Zeit geben soll sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Wir hätten auch einfach noch ein Stück den Berg weiter hoch wandern können und zum „Ausgang“ der Höhle laufen können. Denn da führt angeblich eine „Leiter“ nach unten in die Grotte. Allerdings haben uns Freunde erzählt, dass man nicht allzu viel sieht, da es sehr dunkel ist. Und so wie man die Höhle auf Bildern sieht, ist es in Wirklichkeit nicht. Das beruhigt mich zumindest ein bisschen. Aber schade ist es trotzdem irgendwie. Nicht mehr zu ändern.

Der Abstieg ging deutlich leichter. Es hat ein bisschen abgekühlt und runter ist doch nicht ganz so anstrengend.
Trotzdem haben wir dann erstmal nach einer Duschmöglichkeit gesucht. Es war auch nicht ewig weit zu fahren. Es war ein Campingplatz, dort durften wir für umgerechnet ca. 2€ pro Person duschen. Das war angenehm.

Wir sind dann noch ein gutes Stück weitergefahren. Über viele Brücken, durch Täler und entlang Fjorden. Auch mit der Fähre mussten wir wieder fahren. Die Sonne ging schon langsam unter und hat wieder für wunderschöne Augenblicke gesorgt.

Geschlafen haben wir heute im Auto in der Nähe vom Fähranleger. Denn unsere Suche nach einem geeigneten Platz zum Zelten war erfolglos. Das ist nicht so einfach wie ich mir das immer vorgestellt habe und wie die Leute behaupten. Mit dem Wohnmobil stimmt das vielleicht, aber trotz Jedermannsrecht ist es nicht einfach geeignete Zeltplätze zu finden. Denn es sollte schon einigermaßen eben sein und nicht steinig. Und in fremden Gärten darf man auch hier in Norwegen nicht zelten.
Aber den Platz den wir heute Abend gefunden haben ist sehr schön. Die Aussicht könnte nicht besser sein!
Dann also gute Nacht und bis morgen früh!

 

Reiseroute/Statistik

  • Strecke: von Vigra nach Halsa
  • 188 km
  • 2 Fähren
  • 7 Tunnel
  • 10 km in Tunneln
  • 18 Brücken
  • keine deutsche Wohnwägen/mobile
  • Übernachtung: Im Auto am Fähranleger

K1024_Tag4

Road Trip durch Norwegen: Montag, 14.5.18 – Faszination Gletscher

Aufgewacht sind wir sehr früh, aber ich würde mal sagen daran müssen wir uns jetzt gewöhnen, denn im Zelt schläft man meist nicht so lang. Um halb 8 war das Zelt schon abgebaut, wir waren uns frisch machen und der Frühstückstisch war auch gedeckt. Wir hatten einen tollen Blick auf den Fjord!
Nach dem Frühstück haben wir dann wieder alles im Auto verstaut und sind los gefahren. Die erste „große Stadt“ durch die wir gefahren sind, war dann gleich mal Sognefjord. Da sind wir auch über die erste Brücke des Tages gefahren.
Die Landschaft wurde wieder brauner und es lag wieder mehr Schnee. Ich finde das wirklich sehr faszinierend wie das ständig wechselt.
Auf diesem Teilstück kann man einen Gletscher bewundern. Und der große Vorteil ist, man kann quasi mit dem Auto bis an den Fuß des Gletschers fahren. Von der Hauptverbindungsstraße ist der Gletscher schon zu sehen und vom Parkplatz sind es nicht mal 5 min Fußmarsch.
Erschreckend hingegen ist zu hören, dass bis 1960 die Gletscher unserer Welt gewachsen sind und seither nur noch schrumpfen und das sehr extrem.
Faszinierend war auch wie kalt es plötzlich war. Vom Café beim Gletscher haben wir bei Kaffee und Apfelküchlein den Gletscher bewundert.
Weiter ging´s dann wieder ins Grüne. Durch einen Tunnel und auf der anderen Seite des Gletschers war’s dann wieder grün. So krass!
Wir fahren auch ständig Berg auf, dann wieder Berg ab, wieder Berg auf und wieder Berg ab. Die armen Bremsen (man konnte sie teilweise extrem riechen, am Anfang hatten wir uns gewundert was denn da so stinkt).
Wir fahren an wunderschönen Fjordlandschaften vorbei. Die sowohl von Meereshöhe als auch von weit oben sehr imponierend wirken.
Leider wurde das Wetter mit jedem Kilometer dem wir uns Ålesund näherten schlechter.

In Ålesund wollten wir dann eigentlich eine Wanderung auf den Sukkertoppen (Zuckerspitze) machen, denn von da hat man eine wunderschöne Aussicht über die ganze Stadt und einen tollen Blick auf das Bergpanorama. Aber was macht man, wenn man den Gipfel nicht sieht, dann braucht man halt erst gar nicht hochlaufen. Ein bisschen schade. So wurde es halt „nur“ der Hausberg. Die Wanderung war deutlich kürzer und die Aussicht kann sich trotzdem sehen lassen. Wenn auch das Wetter nicht ganz mitgespielt hat, denn bei schönem Wetter hätte man auch die vielen Inseln um Ålesund besser gesehen. So hat die Hälfte vom Ausblick gefehlt.
Die Stadt selbst ist ganz anders als Stavanger zum Beispiel. Es gibt zwar auch Holzhäuser, doch Ålesund wurde im Jugendstil erbaut, nachdem die ganze Stadt in einem Feuer niedergebrannt ist.
Der Hafen/der große Kanal ist wunderschön. Und dort gibt es viele alte Lagerhäuser die jetzt in verschiedensten Farben erstrahlen. In Ålesund gibt es viele kleine Sträßchen mit wunderschönen Häusern. Die Stadt ist auf jeden Fall anders als der Rest in Norwegen und hat deshalb einen Besuch verdient, wie ich finde.
Auch hier hat´s mir die Kirche wieder angetan. Eine wunderschöne alte Steinkirche (naja nicht wirklich alt, sie wurde 1906 erbaut, nachdem die Stadt mal wieder gebrannt hat). Die Steine haben verschiedenste Rosatöne – sehr speziell wie ich finde. Toll war auch das stündliche Glockenspiel, denn das war nicht einfach nur 08/15, nein das war eine wunderschöne Melodie.

Da das Wetter so schlecht war, haben Marco und ich beschlossen, dass wir nicht zelten wollen. Denn es hat auch immer wieder mal geregnet und die Wettervorhersage, soll nichts Besseres bringen. Deshalb wollten wir bei AirB&B mal schauen. Wir wurden dann auch fündig und der nette Herr hatte tatsächlich auch so spontan Zeit uns aufzunehmen. Die Schlafmöglichkeit war nicht direkt in der Stadt sondern auf einer der Inseln um Ålesund – in der Nähe vom Flughafen. Hier wäre es bestimmt auch wunderschön gewesen, wenn das Wetter besser gewesen wäre. Aber wir wollen nicht meckern, denn wir haben trotzdem schon so viele schöne Sachen gesehen und erlebt.
Das Haus war schnell gefunden unseren Gastgeber haben wir dann auch irgendwann gefunden. Er zeigte uns unser Zimmer, in dem wir heute Nacht nächtigen konnten. Das Bad und die Küchen können wir auch mitbenutzen.
Als kleine Zusammenfassung zur Unterkunft.
Unser Gastgeber kam selbst erst gerade von einer mehrmonatigen Reise zurück und deshalb war es nicht allzu ordentlich und sauber zu Hause, allerdings hätte ich mir schon mehr Sauberkeit erwartet. Denn durchsaugen hätte schon viel geholfen. Er war aber wirklich sehr freundlich und die Gesprächsthemen waren auch sehr interessant. Dennoch ist mein Fazit (schon das zweite Mal mit AirB&B), dass ich nur noch ganze Wohnungen suchen werde und keine Gemeinschaftsübernachtung mehr.

Um den Tag positiv abzuschließen. Die Landschaften heute waren sehr abwechslungsreich und schön! Von grünen Tälern, zu Gletschern, Fjordlandschaften grün oder mit Schnee, aber auch das wolkenverhangene Ålesund haben für einen wunderschönen Tag gesorgt.

 

Reiseroute/Statistik

  • Strecke: vom Kjørenes Camping nach Vigra
  • 268 km
  • 1 Fähre
  • 26 Tunnel
  • 49 km in Tunneln
  • 21 Brücken
  • 1 deutscher Wohnwagen/mobil
  • Übernachtung: AirBnB ca. 40€

K1024_Tag3