Der Hauskauf (2018)

Marco und ich hatten schon sehr lange den Wunsch nach einem Eigenheim. Vor allem weil man dann in was Eigenes investiert und nicht wie beim Mieten das Geld einfach futsch ist.
Aber dieser Wunsch ist ja nicht so einfach zu erfüllen, dazu braucht man natürlich auch Kapital. Das muss erstmal an gespart werden.
Marco und ich haben in den letzten Jahren auf viel verzichtet, aber nicht so dass es uns wirklich gestört hätte. Wir haben ja trotzdem gut gelebt. Aber beim Essen kann man ein bisschen sparen und wenn man selber kocht und nie ausgeht ist hier in Norwegen ja gleich sehr viel gespart. Wir waren nie im Kino und auch sonst gab es wenig kostspielige Freizeitaktivitäten. Urlaub haben wir auch „nur“ einmal im Jahr gemacht und sind nach Deutschland geflogen. Unser Road Trip war da eine richtige Ausnahme.
Wir haben uns also einfach mal informiert, wie dass denn hier so funktioniert mit dem Hauskauf, damit wir wissen wie viel wir eigentlich sparen müssen und ob das überhaupt realisierbar ist. Marco wollte dann einen Termin mit unserer Bank ausmachen, die haben uns aber nur auf ihr Onlineformular verwiesen. Ist wohl nicht so üblich hier in Norwegen, dass man einen Termin bei der Bank macht, sondern die Konditionen im Internet eingibt. Also haben wir das Formular einfach mal ausgefüllt und eingeschickt. Nicht so einfach waren meine Finanzen, da ich als selbständiger Physiotherapeut kein festes Einkommen habe und das was rein kommt auch stark variiert. Mein Vorteil war, dass ich gerade eine Aushilfsstelle hatte und somit mehr Einkommen.
Als wir dann einen ungefähren Betrag hatten was wir als Leihsumme mit unserem Eigenkapital bekommen könnten, haben wir im Internet mal geschaut, was es denn so für Häuser in dieser Preiskategorie gibt. Gleichzeitig haben wir die verschiedenen Angebote der Banken verglichen.

Es war ganz unterschiedlich was man für sein Geld bekommen konnte. Weiter außerhalb waren die Häuser riesig, aber halt auch weit zu fahren. In der Stadt musste man entweder ein Haufen Geld in die Renovierung stecken oder es war winzig.
Da ich meine Physiopraxis im Haus haben will/muss brauchten wir natürlich auch genügend Schlafzimmer. Es durfte keine Treppe zur Haustür haben und ein Schlafzimmer sowie Toilette mussten im Erdgeschoss sein. Die Lage sollte auch relativ zentral und gut zu erreichen sein.
Mit diesen Kriterien mussten wir dann schon einiges aussortieren.

Von der Bank haben wir dann einen Finanzierungsbeweis bekommen und so konnten wir auf Besichtigungen gehen.
Ich fand das wirklich sehr spannend und es war auch jedes Mal ein bisschen anderes. Mal waren richtig viele Leute da und dann mal wieder weniger. Mal entsprachen die Bilder aus der Anzeige sehr gut der Realität und mal war es ein richtiger Reinfall. Eins war dabei, dass wir uns wirklich hätten vorstellen können. Es hatte eine gute Lage, sehr zentral und trotzdem relativ ruhig (kann man natürlich trotzdem nicht mit der super Lage am See vergleichen). Die Raumaufteilung war sehr gut und es gab auch viel Stauraum (was in Norwegen teilweise eine Seltenheit zu sein scheint). Man müsste zwar noch ein bisschen renovieren, aber nichts was man sofort machen muss.
Leider war es nicht ganz unser Budget und die Eigentümerin wollte nicht mit dem Preis runter gehen.

Ja übrigens ist hier jeder Hauskauf/verkauf eine Auktion. Man hat einen Preisvorschlag vom Eigentümer und alle Käufer bieten dann. Das findet direkt nach einer Besichtigung statt und endet am darauffolgenden Tag um 12 Uhr. Die Käufer bieten dann also und so schaukelt sich der Preis natürlich oft in die Höhe und es ist auch keine Seltenheit, dass der Eigentümer mehr bekommt als der veranschlagte Preis. Allerdings muss der Eigentümer nicht an den Meistbietenden verkaufen. Er kann alle Angebote ablehnen oder wenn er den einen lieber mag wie den anderen auch den zweit bietenden nehmen. Bei wenig Interesse, wenn der Preis des Eigentümers einfach nicht mit dem Zustand des Hauses zusammen passt, kann es auch mal mehrere Monate dauern bis es überhaupt verkauft wird.
Wir hatten das Pech, dass der Sommer und damit die langen Sommerferien kamen. Das bedeutete, dass viele Häuser/Anzeigen aus dem Internet genommen wurden und auch keinen neue mehr vor September online kämen. Unser Finanzierungsbeweis lief dadurch aus und wir mussten ihn neu beantragen. Vorteil war, dass wir in der Zeit nochmal sparen konnten und so sogar nochmal ein bisschen mehr von der Bank bekommen sollten.
Nach dem Sommer kamen aber keine Häuser dazu die uns gefallen haben bzw. unseren Kriterien entsprachen. Wir baten nochmal um eine Besichtigung in dem Haus auf das wir vor dem Sommer schon mal geboten hatten.
Nach der Besichtigung haben Marco und ich dann alle Vor- und Nachteile abgewogen und kamen zum Schluss, dass wir nochmal darauf bieten würden. Dieses Mal die gewünschte Summe des Eigentümers. Dieser ging dann gleich mal deutlich höher mit dem Preis. So gab es ein paar Gebotsrunden bis wir uns dann geeinigt haben. Schade für uns natürlich, dass wir jetzt mehr bezahlen mussten, aber im Großen und Ganzen waren wir ganz zufrieden. Und es war ja auch mega spannend!! Jetzt haben wir einfach ein Haus gekauft. Also eine Doppelhaushälfte um genau zu sein. Das fühlte sich schon wirklich sehr komisch an – unser Haus zu sagen. Aber die Vorfreude war riesig.

So stand der Termin bei der Bank an um alle Formalitäten abzuwickeln. Erstaunlich einfach und schon nach ein paar Unterschriften waren wir „arm“ und hoch verschuldet.
Danach stand der Termin mit dem Hauseigentümer und dem Makler an. Der Kaufvertrag wurde unterschrieben und so mussten wir nur noch bis zum 1. November 12.00 Uhr warten, dann gehört das Haus wirklich uns.

So aufregend!!!!

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Winter 2018

Samstag, 1.12.2018 – Einweihungsfest

Aina, Einar, Tzveta, Rojo und Lorin waren zu Besuch. Zur Feier des Tages wollten wir unser Raclette, das wir im April in Deutschland gekauft haben, ausprobieren. Das letzte ist ja auf tragische Weise kaputt (fast ganz unten) gegangen. Viele kleine Schüsselchen mit vielen Leckereien standen auf dem Tisch. Marco hat das Raclette mittags schon mal angeschissen um es zu testen. Als dann alle Gäste um den Tisch saßen und die ersten Pfännchen im Raclette waren, gibt es plötzlich einen kleinen Lichtbogen und zack war das Raclette aus und der Strom weg. Der Stecker war angeschmort und wir haben es nicht wieder zum Laufen gebracht. Das war echt blöd!! Dieses Mal konnten wir kein Ersatzgerät organisieren und Marco hat alles in der Pfanne angebraten. Es war lecker, aber einfach nicht das Selbe! 😦
Wie haben einfach kein Glück mit Raclette. Der Abend war natürlich trotzdem schön und wir haben uns die Laune nicht dadurch verderben lassen.

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Samstag, 22.12.2018 – Leberkäse selbst gemacht

Da es hier zwar sowas ähnliches gibt, aber nicht so gut wie der Leberkäs aus Deutschland, haben wir uns dieses Mal daran versucht. Wir haben uns informiert was man denn so genau braucht und worauf man achten sollte. Es wird zwar ein sehr teurer Leberkäs, da die Zutaten hier sehr teuer sind, aber so ab und zu wäre dass doch toll wenn man Leberkäs mit Kartoffelsalat essen könnte. Unsere Küchenmaschine hat auch einen Fleischwolf und so haben wir ihn von Grund auf selbst gemacht. Für den ersten Versuch ist er auch sehr gut gelungen und wir werden von nun an auch Leberkäs auf unserer Essensliste stehen haben. Auch wenn das nur ein Essen fürs Wochenende ist, da der Aufwand doch ein bisschen größer ist.

 

Sonntag, 23.12.2018 – Winterspaziergang

Heute wollten wir eigentlich mit dem Boot rausfahren, denn das Wetter ist überragend gut. Aber das Schicksal hatte andere Pläne mit uns. Wir entschieden uns für einen Spaziergang. Ich habe die Brücke nach Hundvåg für unseren Spaziergang ausgesucht. Ich habe einen Hausbesuch auf der anderen Seite der Brücke und jede Woche genieße ich den herrlichen Ausblick.  Auf der einen Seite der Brücke sieht man Stavanger und auf der anderen Seite sieht man Inseln und das Gebirge. Das Wetter war einfach nur traumhaft! Da wir den Ferienanfang so richtig genießen wollten, haben wir uns danach in ein Cafe gesetzt und uns verwöhnt.

 

Samstag, 29.12.2018 – Christstollen

Eine Patientin hat mir verraten, dass der Helgo meny Stollen verkauft. Als ich allerdings den Preis gesehen hatte, war mir das dann doch echt zu teuer. Also hab ich mir ein Rezept aus dem Internet gesucht. Sah machbar aus. Also haben wir am 3. Advent die Zutaten für Plätzchen und Stollen eingekauft. Natürlich findet man hier keine passende Gewürzmischung, aber da muss man dann halt selbst die Gewürze mischen. Als wir dann anfangen wollten zu backen habe wir festgestellt, dass der Stollen 2 Wochen ruhen soll. Tja dann gibts wohl erst an Silvester Stollen. Man sollte die Rezepte einfach erst einmal durchlesen. Ist aber auch blöd dass das ganz unten stand und in der oben angegebenen Zeitberechnung nicht mit angegeben war. Auch dieses Projekt ist uns gelungen und somit wirds nächstes Jahr wieder Stollen geben (aber dieses Mal rechtzeitig).
Ich fühle mich wie in eine andere Zeit versetzt. Maultaschen, Leberkäs, Stollen, Brot. Alles selbst gemacht. Heutzutage geht man einfach in den Supermarkt und kauft sich das worauf man Lust hat. Aber unsere Großeltern die haben noch alles selbst gemacht. Zumindest das meiste. Fühlt sich sehr gut an!

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Montag, 24.12.18 – Das 1. Weihnachtsfest im neuen Haus

Wir haben Weihnachten ganz gemütlich verbracht. Marco und ich hatten frei. Das war fantastisch! Da wir hier in Norwegen ja keine Familie haben, gab es auch keine Verpflichtungen. Wir haben lecker gekocht und zur bescherung haben wir mit meiner Familie geskypt. Meine Familie hat uns ein Paket mit vielen Geschenken geschickt. Es waren so viele wundervolle Sachen!!! Vielen Dank, wir haben uns wirklich sehr gefreut!!

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Montag, 31.12.18 – Silvester

Zu Besuch hatten wir Freunde. Letztes Jahr waren wir dort an Silvester eingeladen und dieses Jahr haben wir Silvester bei uns gefeiert. Da unser Raclette ja den Geist auf gegeben hat, musste unser Besuch das eigene mitbringen. Es gab sogar Raclettekäse aus Deutschland (der war richtig lecker). Das Feuerwerk haben wir von der Terasse aus beobachtet. Es war ein sehr gemütlicher Abend!

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Wintermomente

 

Herbst 2018

Samstag, 22.9.2018 – Oktoberfest

Das haben wir uns nicht nehmen lassen, dieses Jahr unser eigenes Oktoberfest zu veranstalten. Deutsches Bier, deutsche Blasmusik und deutsches Essen. Es gab selbstgemachte Spätzle mit Braten und Biersoße. Dazu gabs noch Kartoffelsalat. Marco und ich haben unsre „Tracht“ herausgekramt. Es war ein wundervoller Abend mit unseren Freunden!

 

Sonntag, 28.10.2018 – Ein wunderschöner Herbsttag!

Wir haben den schönen Abend genutzt um mal wieder einen kleinen Spaziergang am Strand zu machen. Es war wirklich sehr kalt, aber wunderschön. Die Luft war so frisch und der Sonnenuntergang war unbeschreiblich schön. So intensive Farben!

 

Boot, Haus und der See

Wir waren auch mal wieder mit unserem Boot unterwegs und haben den schönen Herbst in vollen Zügen genossen!

 

Sommer 2018 – eine wundervolle Zeit mit Freunden und Familie

Es war wirklich ein wunderschöner Urlaub und es machte riesig Spaß den Kollegen in der Arbeit und unseren Freunden und der Familie davon zu berichten. Norwegen ist so wundervoll!

Die Vorfälle mit der Wohnung (das Fenster, das den Vermieter nicht interessiert und die schöne Terrasse die er über meinen Behandlungsraum gebaut hat) haben Marcos und meine Idee vom Eigenheim beflügelt. Wir waren auf der Bank und haben ausgerechnet was finanziell möglich wäre. So haben wir uns auf die Suche gemacht, eventuell schon früher als gedacht, ein kleines Häuschen zu finden. Dazu werde ich einen eigenen Beitrag schreiben, denn das würde den Rahmen sprengen.

Der Juni, Juli und August waren sehr arbeitsintensiv. Ich hab zusätzlich zu meiner Praxis ja noch in der Kommune gearbeitet und war so gut ausgelastet.
Das Wetter war ausgezeichnet. Es hat Wochenlang nicht geregnet. Einfach nur der Wahnsinn. Es wurde sogar so krass, dass ein absolutes Grillverbot ausgesprochen wurde. Es war nicht nur auf öffentlichen Plätzen und in Wäldern verboten, sondern auch Zuhause im eigenen Garten. Aber es war so extrem trocken und nicht weit weg gab es einen schrecklichen Brand den die Feuerwehr nicht unter Kontrolle brachte. Durch den ausbleibenden Regen kam es Norwegen weit zu Bränden. Fast in jeder Fylke (sowas wie Bundesland) war das Grillen verboten und auch das Bewässern des Rasen mit dem Gartenschlauch wurde verboten. Einen Sommer den wir im regenreichen Westen Norwegens nicht so schnell vergessen werden.

Ende August bekamen wir Besuch von einer guten Freundin von Marco. Madeleine hat zusammen mit Marco den Meister gemacht. Wir haben uns sehr über ihren Besuch gefreut. Sie war ein unglaublich angenehmer Gast! Wir haben viele tolle neue Orte erkundet.
Wir waren auf der Insel Karmøy. Die Insel liegt nördlich von Stavanger auf dem Weg nach Bergen. Dort haben wir einen wundervollen Strand entdeckt, an den ich unbedingt noch einmal möchte. Madeleine und ich hatten auch eine abenteuerliche Wanderung auf den Selvikstakken. Erst bin ich falsch abgebogen und wir mussten wieder ein Stück zurück und dann wurde uns der Weg von einem Fluss versperrt. Durch den vielen Regen in letzter Zeit und der zuvor langen Trockenheit war aus diesem kleinen Wasserlauf, den man normalerweise locker überqueren kann, eine ziemlich nasse Angelegenheit geworden. Ich hatte mich dafür entschieden meine Schuhe auszuziehen und durchzuwaten. So konnten wir dann doch die schöne Aussicht vom Gipfel genießen!
Besonders toll war das verlängerte Wochenende, das wir geplant hatten. Marco, Madeleine und ich haben den Süden Norwegens erkundet. Denn leider war das Wetter nicht mehr ganz so gut und Madeleines eigentliches Ziel war so nicht möglich. Da im Süden das Wetter etwas besser sein sollte, haben wir uns dort eine kleine Route zurecht gelegt.

Wir haben viel gesehen. Entlang an der norwegischen Küsten, zur wunderschönen Insel Hidra, zum südlichsten Leuchtturm Norwegens – in Lindesnes, nach Grimstad und Arendal, zur Stabkirche in Heddal und durchs Gebirge zurück. Eine tolle Tour!
Wir fuhren am Freitag los und das Wetter wurde zwar besser, aber es war noch ausbaufähig (wir waren ganz schön verwöhnt von dem tollen Sommer den wir hatten). Gestartet haben wir unseren Ausflug in der Nähe von Egersund mit einer Wanderung zum Trollpiken – der Trollpenis. Ja ihr habt richtig gelesen. Das gute Stück sorgte vor geraumer Zeit für große Schlagzeilen. Denn irgendjemand hat den Trollpiken in einer Nacht und Nebelaktion einfach abgesägt. Was nicht so einfach gewesen sein dürfte, denn er ist ganz schön gewaltig. Das lustigste an der Geschichte ist eigentlich, wie ich finde, dass die Wiederaufrichtung live im Internet übertragen wurde. Die Norweger haben wirklich einen guten Sinn für Humor. Nun kann man also diesen Penis wieder in seiner vollen Größe bestaunen. *grins*
Ich fand die Rückseite aber viel schöner, denn dort war ein Elefant zu sehen.
Nach der Wanderung sind wir weiter Richtung Süden gefahren und mit jedem Kilometer wurde das Wetter besser. Wir machten einen Abstecher auf die wundervolle Insel Hidra. Es war so idyllisch. Niedlich ist ein sehr treffendes Wort für diese Insel. Dort fanden wir einen hervorragenden Platz zum Wildcampen.
Am nächsten Tag ging es mit der Fähre wieder zurück aufs Festland. Unser Ziel für diesen Tag war unteranderem der Leuchtturm in Lindesnes. Es war zwar sehr windig, aber die Sonne strahlte. Ein wunderschöner Tag. Vom Leuchtturm hat man eine tolle Sicht über die Weiten des Meeres am südlichsten Zipfel Norwegens.
Anschließend haben wir uns ein paar der schnuckeligen Städtchen im Süden angesehen. Grimstad und Arendal sind wunderschöne Städte mit vielen weißen Häuschen direkt am Wasser. Übernachtet haben wir diesmal auf einem Campingplatz in Mandal. Am nächsten Tag sind wir dann ins Landesinnere gefahren und leider wurde auch das Wetter wieder ein bisschen schlechter, aber noch regnete es nicht. Die Stabkirche in Heddal ist wirklich imponierend. Sie ist riesig.
Genächtigt hatten wir auch diesmal wieder auf einem Campingplatz nicht weit von der Stabkirche entfernt.
Am nächsten Tag wurden wir vom Regen geweckt und haben eilig die Zelte abgebaut. Trotz Regen war der Rückweg wirklich schön (wir saßen ja im warmen Auto), denn die Landschaft hier in Norwegen ist einfach was Besonderes. So Abwechslungsreich.
Es war ein wundervoller Ausflug und wir konnten noch mehr von dem atemberaubendem Norwegen entdecken! Liebe Madeleine, schön dass du mit dabei warst!

Nachdem Madeleine wieder abgereist war, waren es nur noch 3 Arbeitstage bevor schon meine Familie zu Besuch kommen würde. Es waren meine 3 letzten Tage bei der Alltagsreha. Ich habe wirklich sehr gerne dort gearbeitet und es machte unglaublich viel Spaß. Es ist sehr motivierend, die Menschen sind so dankbar. Am Freitag wurde ich dann liebevoll verabschiedet und ich hoffe es ist kein Abschied für immer. Ich hatte wirklich sehr nette Kollegen! Gleichzeitig war es aber auch ein Tag der Begrüßung, denn meine Familie kam an diesem Tag an.

Wir hatten eine wirklich fantastische Zeit zusammen mit meiner Familie!!! Ganz viel schönes Wetter! Endlich mal, bis jetzt hatte meine Familie ja immer Pech, wenn sie uns besucht hatten, aber dieses Mal zeigte sich Norwegen von seiner besten Seite. Wir waren mehrmals am Strand und genossen die Sonne, den Strand und das Meer. Tina hatte ihren Spaß im Wasser und baute auch fleißig verschiedenes. Wir hatten Zeit für kleine Spaziergänge und Ausflüge in der Nähe. Wir genossen die Zeit gemeinsam zu Kochen und zu Essen und so verging die Zeit wie im Flug!! Diese Momente muss man sich ganz tief ins Gedächtnis brennen, damit man sie nie vergisst. So kam der Abschied, wie immer, viel zu schnell.

Der ein oder andere von euch wird jetzt vielleicht denken, dass wir doch einfach wieder zurück nach Deutschland könnten und dann könnten wir so viel Zeit wie wir wollten mit unseren Freunden und Familien verbringen. Das ist schon richtig. Diese Option haben wir. Und obwohl ich meine Familie über alles liebe und sie auch sehr häufig vermisse, könnte ich mir das Leben in Deutschland zurzeit trotzdem nicht wieder vorstellen. Ich bin hier in Norwegen sehr glücklich und mir gefällt mein Leben sehr gut so wie es gerade ist, auch wenn das bedeutet, dass ich meine Familie nicht so oft sehe. Aber ich genieße die gemeinsame Zeit auch viel mehr als zuvor. Das ist irgendwie ein schönes Gefühl!

Meine Highlights – Road Trip durch Norwegen 2018

Die Reise war einfach nur unbeschreiblich schön! Mir hat es sehr viel Spaß gemacht das Land auf diese Weise entdecken zu können. Auch wenn ich mich in einigen Jahren bestimmt nicht mehr an jedes Detail erinnern werde, so werde ich diesen Gesamteindruck und dieses Gefühl den ich von der Reise habe, nicht wieder vergessen. Das Wetter hatte uns ja „nur“ im mittleren Teil etwas hängen lassen. Das hat natürlich auch beigetragen was zu den Highlights wurde. Es war wirklich ein bisschen schade, dass die Tage an denen Franzi und Jörg dabei waren so grau und kalt waren. Aber es war unglaublich schön ein Teil des Weges gemeinsam zu erkunden!

 

Die folgende Liste ist am Tag der Heimreise entstanden.

Auf Platz 10 habe ich die Elche platziert. Es war ein großer Wunsch von mir einen Elch auf dieser Reise in freier Wildbahn zu sehen. Das wurde gleich 3mal erfüllt. Bei jedem Elchschild hab ich extra gut aufgepasst und doch nie einen gesehen. Die tauchten einfach am Straßenrand in „Nicht- Elch-Gebieten“ auf. Es war immer eine tolle Stimmung, wenn man dann plötzlich einen sah und wild gerufen hat. Es sind schon echt prächtige Tiere.

 

Die tollen Gletscher landen auf dem vorletzten Platz. Sie waren wirklich sehr eindrucksvoll! Ich habe mich unglaublich klein gefühlt in ihrem Anblick – so gewaltig! Ich hoffe wir Menschen schaffen es diese wundervolle Natur wieder aufleben zu lassen, damit noch viele Generationen Freude an unserer wundervollen Erde haben können.

 

Nicht nur die Gletscher haben mich schwer beeindruckt auch die Fjorde haben mich fasziniert. In der Gegend in der wir wohnen sind wir umgeben von Fjorden und dennoch fand ich die Fjordlandschaften so besonders. Sie waren einfach auch so unterschiedlich. Ganz kleine Fjorde, weite offene Fjorde wie z.B. bei Molde, oder der Geirangerfjord mit seinen hohen Bergen. Auch der Nordfjord hat mir sehr gut gefallen!

 

Strände dürfen natürlich nicht fehlen. Ich liebe den Strand und das Meer, deshalb mit dabei auf Platz 7. Am besten hat mir glaub ich der Ramberg Strand gefallen. Das war eine tolle Stimmung als wir dort anhielten (leider viel zu kurz). Auch der Strand bei Eggum an dem wie die tollen Muscheln gesammelt haben, fand ich sehr schön. Weißer Sand und im Hintergrund die Berge.

 

Auf Platz 6 hat es der erste Blick auf die Lofoten geschafft. Die Sonne spitzelte ein bisschen durch die Wolken, um uns herum nur Wasser und plötzlich tauchten die Umrisse der Lofoten vor uns auf. Ein magischer Moment!!

 

 

Platz 5 ist das Wiedersehen mit Franzi und Jörg. Leider sieht man sich so selten, aber so erlebt man auch die Zeit die man gemeinsam verbringt umso intensiver. Es war wirklich sehr schön, dass sie mit dabei waren und wir haben sehr viele schöne gemeinsame Augenblicke sammeln können.

 

 

Der Måtinden und die damit verbundene Wanderung war auch ein sehr schönes Erlebnis. Der Aussicht war fantastisch. Und so ganz anders wie bei uns. Das Moor, die raue See, die untergehende Sonne, die Strände und die vielen Berge. Ein ganz besonderer Moment auf der Reise!

 

 

Meine große neue Liebe hat es auf Platz 3 geschafft. Die Altstadt von Trondheim. Die vielen kleinen Häuschen in all den bunten Farben und der Kanal der sie trennt. Zauberhaft schön!

 

 

Platz 2 belegt der Nationalfeiertag den wir in Trondheim erleben durften. Die Norweger lieben ihr Land und zeigen das auch gerne, nicht nur an diesem Tag. Dennoch ist der 17. Mai etwas ganz besonderes. Alle sind hübsch gekleidet und freuen sich den Tag mit der Familie zu verbringen. Die Kinder bekommen mehr Süßes als sie essen können und alle sind in Feierstimmung. Das Wetter war einfach nur überragend und es waren unglaublich viele Menschen in der Stadt. Spannend war auch der nicht enden wollende Umzug, so viele tolle Menschen die lachend und winkend an uns vorbeizogen.

 

 

Auf dem 1. Platz liegt der erste Tag. Die Vorfreude war riesig. Endlich soll es losgehen. Das Wetter war gut und die Laune noch besser. Wir haben angehalten wo´s uns gefiel und haben uns richtig gefreut an der schönen Natur. Abends haben wir ja Freunde auf ihrer Hütte besucht (die einen fantastischen Ausblick hat) und haben einen Einblick bekommen wie das norwegische Hüttenleben aussieht. Wer die Norweger ein bisschen kennt, weiß dass das keine Selbstverständlichkeit ist, dass man zu ihnen nach Hause eingeladen wird. Und wir wurden so herzlich empfangen.

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Blick von der Hütte

 

Ich könnte noch so viel mehr aufzählen. Wir haben so viel erlebt auf den 5400km. Marco und ich hatten ganz viel Zeit miteinander ohne Alltagszeugs, das habe ich sehr genossen! Norwegen hat mich wirklich beeindruckt. So viel wunderschöne Natur und so extrem unterschiedlich. Ich bin auch beeindruckt, das unser Auto das alles mitgemacht hat. Ist ja doch nicht das neuste.

Ich freue mich jetzt schon den Rest von Norwegen zu entdecken und das ein oder andere Plätzchen, das wir auf unserer Reise gesehen haben, vielleicht nochmal wieder zu besuchen!

Zahlen Daten Fakten Road Trip Norwegen Mai 2018

Wie ihr wisst liebe ich Statistiken. Ich möchte nochmals alle Zahlen hier zusammentragen.

  • Gesamtkilometer: 5463,2km -> wenn man bedenkt das nur ca. 500km auf gleicher Strecke waren und der Rest komplett unbekannt. Und wir haben von Norwegen noch lang nicht alles gesehen. Der oberste Norden, der komplette Osten und auch der Süden waren da jetzt gar nicht dabei. Einfach faszinierend!
  • Fähren: 13 Stück
  • Brücken: 778 -> einfach nur unglaublich
  • Tunnelkilometer: min. 442 km
  • Deutsche Wohnmobile (-wägen): 216 -> fast schade dass wir nicht aufgeschrieben haben wie viele wir insgesamt gesehen haben.
  • Rentiere: 34
  • Elche: 3
  • Fylke (sowas wie Bundesländer): 9 von 18 (Rogaland, Hordaland, Sogn og Fjordane, Møre og Romsdal, Sør- Trøndelag, Nord-Trøndelag, Nordland, Troms und Oppland)
  • Schiffe der Hurtigruten: 6 (MS Midnatsol, MS Trollfjord, MS Vesterålen, MS Richard With, MS Finnmark und MS Lofoten)

Road Trip durch Norwegen: Donnerstag, 31.5.18 – Eine wundervolle Reise geht zu Ende

Auch heute habe ich wieder gut geschlafen, dank den warmen Temperaturen. Das Rauschen des Wasserfalls war am Anfang noch störend, doch da es sehr gleichmäßig war, konnte ich dann doch sehr schnell einschlafen.
Geweckt wurden wir von den Sonnenstrahlen. Auch heute wird wohl ein herrlicher Tag.
Wir konnten sogar schon im T-Shirt frühstücken. Wie herrlich. Und etwas surreal, wenn man bedenkt das wir vor 3 Tagen noch im tiefsten Winter waren.
Nach dem Frühstück haben wir alles im Auto verstaut und uns auf den Heimweg gemacht. Nun war es also so weit. Die Reise würde heute Enden. In mir machte sich Traurigkeit breit, denn mir hat das Reisen wirklich sehr gut gefallen und ich weiß, dass Norwegen noch viel mehr zu entdecken hat, als das was wir bis jetzt gesehen haben. Aber für uns ist das jetzt erstmal das Ende, doch das muss ja wohl kaum für immer sein.

Also versuchte ich den letzten Tag nochmal zu genießen! Wir fuhren die geschwungene Straße hinunter zum Fuße des Wasserfalls. Ein wirklich imposanter Wasserfall!
Es dauerte nicht lange bis wir zum Tunnel kamen, der einen Kreisverkehr hatte und an unserem Ende die Hardangerbrücke zum Vorschein kam. Ich wollte unbedingt einen kleinen Spaziergang über diese Brücke machen, als ich sah, dass es einen Extratunnel für Fußgänger gab. Marco hatte keine Lust, er fühlte sich nicht so gut und wollte im Auto auf mich warten. So zog ich mit ein paar Touristen die gleichzeitig mit uns dort ankamen los um die Brücke zu bestaunen. Es dauerte nicht lange da hatte ich die komplette Gruppe überholt und konnte in einem zügigen Tempo den Weg nach unten gehen. Und so kam die Brücke immer näher. Nur noch durch den Fußgängertunnel und dann hatte man eine spektakuläre Sicht nach links und rechts. Beängstigend war nur das vibrieren der Brücke wenn LKWs oder Busse darüber fuhren. Man vergisst bei der Größe schnell, dass es sich ja eigentlich um eine Hängebrücke handelt und dann ist es nicht mehr so verwunderlich das sie sich so stark bewegt. Ich fand es trotzdem sehr grusselig. Aber die Aussicht macht es für mich erträglicher. Wirklich schön! Vor allem bei so schönem Wetter wie heute. Im zügigen Tempo bin ich dann zurück zu Marco, ich wollte nicht, dass er zu lange warten muss. Zeit hatten wir aber genug. Denn ich hatte rausgefunden, dass die Straße zwischen Kinsarvik und Odda heute nur zwischen 10 Uhr und 10.30 geöffnet sein soll. Da wir schon öfter hier waren wussten wir, dass wir diesen Streckenabschnitt planen mussten. Hier wird nämlich schon seit sehr langer Zeit gebaut. Um die Straße, die am Fjord entlang führt, breiter zu machen, muss hier gesprengt werden. Dazu wird natürlich die Straße gesperrt.
Wir haben, da wir noch ein bisschen Zeit hatten, in Kinsarvik einen kleinen Stopp eingelegt. Ich habe eingekauft während Marco auf der Suche nach einem Klo war. Kurz vor 10 haben wir uns dann auf den Weg gemacht. Dort wartete schon eine Autoschlange auf uns. Um kurz nach 10 Uhr kamen uns dann die ersten Autos entgegen. Erst um 10.20 Uhr war dann unsere Seite dran.
Der restliche Nachhauseweg war nicht mehr so spektakulär. Da wir hier schon häufiger waren. Allerdings war es schön in der frühlingshaften Natur die Landschaft und das Wetter zu genießen. Und so kamen wir um kurz nach 3 Uhr zuhause an.

Zuhause haben dann ein paar unerfreuliche Dinge auf uns gewartet. Es stand mein Trampolin, dass ich vor mehreren Monaten bestellt hatte (das mehrere 100€ kostet) einfach vor unserer Haustür. Eins unserer Bürofenster hatte einen Riss, da jemand einen Stein ins Fenster geworfen hatte und als ich meinen Praxisraum sah, brach ich fast in Tränen aus. Wir hatten den schönsten Sonnenschein, doch in meiner Praxis war es finster wie in einem Abstellraum in einem Keller. Unser Vermieter hatte eine riesige Terrasse über mein Praxisfenster gebaut.

Diese Ankunft war leider nicht die schönste und ich brauchte auch ein bisschen diesen Frust zu verdauen.
Aber das sollte unsere tollen Augenblicke die wir auf der Reise sammeln konnten nicht schmälern. Nächstes Mal werde ich euch eine kleine Highlight-Liste präsentieren und noch einmal von der tollen Reise schwärmen!

 

Reiseroute/Statistik

  • Strecke: vom Skjervetfossen bis nach Hause (Sandnes)
  • 321 km
  • 2 Fähren
  • 57 Tunnel
  • 44 km in Tunneln
  • 68 Brücken
  • 44 deutsche Wohnwägen/mobil
  • Übernachtung: Im eigenen Bett

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Road Trip durch Norwegen: Mittwoch, 30.5.18 – Die klassische Touristen-Tour

Wir haben sehr gut geschlafen und wurden von Sonnenstrahlen geweckt. Man merkt auch dass es nachts deutlich wärmer ist, denn auch im Auto ist es deutlich wärmer und dadurch angenehmer zu schlafen.
Gefrühstück haben wir nicht hier auf dem Parkplatz sondern ein paar Kilometer weiter. Das Wetter sah wirklich sehr vielversprechend aus und auch unsere heutige Tour sollte einige MUST- see (laut Reiseführer über Norwegen) in Petto haben. Der erste Stopp war ein nicht geplanter Halt an einem reißenden Fluss. Wer also am Slettafossen vorbei fährt sollte sich das auf jeden Fall nicht entgehen lassen. Einfach Wahnsinn wie schnell das Wasser an einem vorbei schießt.
Die weitere Strecke war von Wasserfällen und Bergen geprägt. Wir fuhren entlang verschiedenster Täler und um uns das Schmelzwasser des vergangen Winters.
Wir sind quasi einmal um den Trollveggen gefahren. Das ist eine steile Bergwand – Europas höchste sogar.
Statt der Hauptstraße zu folgen, sind wir an einer sehr unscheinbaren Abzweigung abgebogen. Denn wir wollten auch die berühmten Trollstigen sehen. Das ist eine Passstraße die schon von weitem sichtbar ist und bei Touristen sehr beliebt. Sie ist auch wirklich imponierend. Wer aber bei uns in Stavanger ist, kann auch einfach von Lyseboten den Pass nach oben fahren, das ist sehr ähnlich.
Auf halber Strecke nach oben kann man auf der Brücke anhalten und den 180m hohen Wasserfall bewundern. Die Straße ist relativ schmal und durch den Tourismus stark befahren. Oben angekommen ist man dann auf 850m über Null. Was für Norwegen schon wieder ganz beachtlich ist. Man hat von dem Aussichtspunkt eine super Sicht über den Pass, aber auch über das ganze Tal.
Faszinierend war das man unten in saftigem Grün startet und oben dann plötzlich wieder Schnee hat.
Es dauert dann allerdings nicht lange bis man wieder nach unten fährt bis auf Meereshöhe und alles ist wieder saftig grün. Unten in Valldal angekommen konnten wir den Geiranger (Fjord) in einem wunderschönen kräftigen blau bestaunen. Das Wetter war einfach Bombe!!! Von Valldal aus sind wir mit der Fähre nach Eidsdal übergesetzt. Dort habe ich mich dann erstmal umgezogen, denn mittlerweile hatten wir 30°C. Sooooooooooo toll!!!!!!
Auch der Geiranger ist ein beliebtes Touristenziel und da die Saison seit ein paar Tagen offiziell eröffnet ist, war hier auch echt viel los.
Um aber zum Postkartenmotiv zukommen muss man nochmal einen Pass nach oben fahren. Und dann ist es nicht mehr weit. Es war schon wirklich eine tolle Aussicht auf den Fjord, das Dorf Geiranger und die sieben Schwestern (Wasserfälle). Und sogar ein Kreuzfahrtschiff lag im Fjord – wie auf den Postkarten.
In Geiranger selbst war unglaublich viel los. Dort gibt es nichts außer diesen Fjord, aber das Dorf war vollgestopft mit Menschen. Wir haben dann ein bisschen weiter oben (ein weiterer Pass) gehalten und haben ein weiteres Postkartenfoto geschossen. War schon toll auch hier einmal gewesen zu sein!
Was mir aber genauso imponiert hat war der nächste Pass. Denn man Starte auf Fjordhöhe und ganz oben ist man dann bei über 1000müN. Das hat man so in Deutschland nicht, da startet man halt von 600m oder von 1000m, aber hier ist man zuerst am Meer bzw. in dem Fall Fjord und dann ist man einige Zeit später mitten im Gebirge. Auch hier war es wieder sehr winterlich. Wir kamen sogar an einem noch halb zugefrorenen See vorbei. Schon komisch wenn’s draußen 30°C hat und um dich herum liegt Schnee.

In Loen waren wir dann wieder auf der für uns schon bekannten Strecke vom Anfang unserer Reise. Vorbei am wunderschönen Nordfjord. Bei weitem nicht so bekannt wie der Geiranger aber genauso schön! Spiegelglattes Wasser in einem richtig schönen blau! Auch hier geht es wieder einen Pass hinauf. Heute haben wir schon wirklich viele Höhenmeter gemacht.
In Sogndal haben wir dann die 5000km-Marke geschafft. Danach ging es wieder durch den ewig langen Tunnel und so waren wir leider erst kurz nach Ladenschluss in Flåm. Wir wollten nämlich Würstchen einkaufen und noch grillen bei diesem herrlichen Wetter. Aber so sind wir doch noch ein bisschen weiter gefahren als gedacht. Denn erst in Voss das über 60km entfernt liegt und ein bisschen mehr als eine Autostunde zu fahren war, gab es den nächsten Supermarkt. Auf dieser Strecke mussten wir schon wieder an einer Baustelle auf das Leitfahrzeug warten. Als Trost für die armen Mitarbeiter, die zu so später Stunde noch arbeiten mussten, haben wir unsere Schokolade verschenkt. Die haben sich tatsächlich gefreut. Einen spontanen Halt haben wir dann noch am Tvindefossen gemacht. Er ist 152m hoch und sieht sehr hübsch aus mit seinen „Treppen“.
Nachdem wir dann endlich in Voss unsere Würstchen gekauft hatten (es war mittlerweile schon halb 10Uhr), haben wir uns auf die Suche nach einem Essens- und Schlafplatz gemacht. Wir sind dann irgendwo spontan abgebogen und haben ein richtig tolles Plätzchen gefunden. Auch an einem Wasserfall – Skjervetfossen.
Dort hat Marco den Grill ausgepackt und ich habe währenddessen die Gegend um den Wasserfall erkundet. Da es noch immer hell war, war das gar kein Problem.
Zum Abschluss des Tages gab´s dann also noch gegrillte Würstchen.

Was für ein überragend schöner Tag. Das Wetter war einfach fantastisch und auch die Reiseroute heute war wirklich sehr schön. Viele Täler, Pässe und Bergplateaus die wir passiert haben. Bekannte Touristenplätze, aber auch unbekannte schöne Fleckchen haben wir heute gesehen. Ein wirklich gelungener Tag! Ein toller Abschluss für eine wirklich spannende Reise durch Norwegen!

 

Reiseroute/Statistik

  • Strecke: von Lesjaskog bis Skjervet
  • 511 km
  • 2 Fähren
  • 29 Tunnel
  • 91 km in Tunneln
  • 112 Brücken
  • 57 deutsche Wohnwägen/mobil
  • Übernachtung: Im Auto auf dem Parkplatz beim Skjervetfossen (Wasserfall)

Man beachte die heutige Statistik. Es waren wirklich richtig viele deutsche Wohnwägen bzw. Wohnmobile die uns begegnet sind. Und auch über Brücken sind wir heute viele gefahren. Auch der 24,5km lange Tunnel war wieder dabei. Leider habe ich keine Ahnung wie viele Höhenmeter wir heute gefahren sind, das wäre wirklich noch sehr interessant gewesen.

K1024_Tag19

Road Trip durch Norwegen: Dienstag, 29.5.18 – Dovrefjell-Nationalpark

Heute mussten wir schon wieder Abschied vom Torghatten und der wunderschönen Natur hier nehmen. Ich bin froh, dass wir diesen „Umweg“ hierher gemacht haben! Leider war das Wetter heute wieder deutlich schlechter und so wurden wir mit einem grau verabschiedet. In Brønnøysund habe ich dann nochmal mein Glück mit einer Kirche probiert. Nachdem wir jetzt auf den Reisen doch an sehr vielen vorbei gekommen sind und leider alle verschlossen waren, sollte ich hier mein Glück finden. So stand ich in der Kirche und jemand spielte auf der Orgel. Deshalb dachte ich war die Kirche auch offen, doch dann sah ich den Sarg. Der Pfarrer kam und dachte vermutlich im ersten Moment ich sei der Fotograf den die Familie organisiert hatte, als er dann aber meine Kleidung gesehen hat, war ihm sicher klar dass ich ein Tourist war. Dennoch wurde ich nicht rausgeworfen und so hab ich doch noch ein Bild vom Kircheninneren bekommen.
Eine wirklich sehr schöne Kirche.

Nach Brønnøysund kamen Marco und ich nicht allzu weit, denn wir mussten mit einer Fähre übersetzen. Auf diese mussten wir leider eine Stunde warten. Das war etwas nervig, denn hier war es nicht allzu spannend.
Und auch danach hatten wir nicht so viel Glück auf der Straße. Es waren viele Bauarbeiten und es hieß wieder auf das Fahrzeug zu warten, dass einen durch die Baustelle geleitet und dann war auch noch ein LKW umgekippt und hat Baumstämme verloren.
Allerdings wurde das Wetter immer besser und es kam die Sonne wieder zum Vorschein.
Als wir dann kurz vor Trondheim waren sah alles bekannt und doch so anders aus. Denn jetzt war alles grün. Auch die Felder wurden langsam grün. Hier oben braucht der Frühling einfach noch länger bis er endlich den Winter vertreibt.
Nach Trondheim war die Strecke relativ unspektakulär bis auf den Elch den wir neben der Straße gesehen haben. Dieses Mal ist es mir auch gelungen ein besseres Foto zu schießen.

Das Highlight war heute jedoch nicht der Elch sondern die Hochebene – der Dovrefjell Nationalpark. Es war magisch hier oben über die Ebene zu fahren. Die Sonne hat ein wunderschönes Licht auf die Landschaft gezaubert. Hier würde ich gerne wieder einmal vorbei kommen und ein bisschen Zeit zum Wandern haben.

Für unseren Schlafplatz war es hier leider noch zu früh und deshalb fuhren wir weiter. Einige norwegische Meilen (10km = 1 Meile – wird sprachgebräuchlich genutzt, ist nichts offizielles) später haben wir dann auf einem Parkplatz vor einer Kirche geparkt und unser Nachtlager im Auto aufgebaut.

 

Reiseroute/Statistik

  • Strecke: vom Torghatten Camping nach Lesjaskog
  • 577 km
  • 1 Fähre
  • 19 Tunnel
  • 10 km in Tunneln
  • 68 Brücken
  • 28 deutsche Wohnwägen/mobil
  • Übernachtung: Torghatten Camping 1 Zelt + 2 Personen und 1 Auto 200kr

K1024_Tag18